Schweizer Kriegsmaterial-Ausfuhren erreichen fast Rekordwert
Schweizer Unternehmen haben im vergangenen Jahr für 948,2 Millionen Franken Kriegsmaterial exportiert. Damit erreichen die Ausfuhren fast den Rekordwert von 955 Millionen des Jahres 2022. Dennoch blickt der Bund besorgt in die Zukunft. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag weiter mitteilte, war im vergangenen Jahr Deutschland der grösste Abnehmer der vom Seco bewilligten Lieferungen. In dieses Land flossen Kriegsmaterialexporte im Wert von 386,4 Millionen Franken. Auf Platz zwei bis fünf folgen die USA, Ungarn, Italien und Luxemburg.
Die Exporte nach Europa machten 86,1 Prozent aller Ausfuhren aus, danach folgt der amerikanische Kontinent mit 10,4 Prozent. In 64 Länder gingen die Kriegsmaterialexporte. Der Rüstungsmarkt sei derzeit weltweit ein „absoluter Wachstumsmarkt“, sagte Simon Plüss, Leiter des Leistungsbereichs Exportkontrollen und Sanktionen beim Seco, in Bern an einem Medienanlass. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht der Wert von 948,2 Millionen Franken einer Zunahme um knapp 43 Prozent. Für 664,7 Millionen Franken führte die Schweizer Industrie im Jahr 2024 Kriegsmaterial aus. Der Anstieg der Exporte aus der Schweiz möge gross erscheinen, eingebettet in den Gesamtkontext sehe es aber anders aus, so Plüss.
Rund 60 Prozent der bewilligten Ausfuhren seien Einzelteile und Baugruppen und die restlichen 40 Prozent seien fertige Produkte oder Systeme gewesen. Aufgrund dieser Zahlen machte Plüss die Aussage, dass Schweizer Unternehmen zu Zulieferern würden. Aufgrund dieser „bedenklichen Entwicklung“ ginge wichtiges Wissen in der Schweiz verloren. Im Konfliktfall müsse die Schweizer Rüstungsindustrie in der Lage sein, ganzheitliche Systeme herzustellen.
(text:sda/bild:unsplash)