16 Februar 2022

Schweizer gegen Finnland chancenlos

Der Weg des Schweizer Nationalteams der MĂ€nner endet in den Viertelfinals. Die Mannschaft von Trainer Patrick Fischer unterliegt Finnland 1:5 und beendet das Turnier auf Platz 8.

Wie bereits 2018 in Pyeongchang, als es in den Achtelfinals gegen Deutschland eine 1:2-Niederlage nach VerlĂ€ngerung abgesetzt hat, holen die Schweizer auch im zweiten Anlauf unter der FĂŒhrung von Patrick Fischer nicht die erhoffte Olympia-Medaille. Sie konnten am Mittwoch nicht an die starke Leistung vom Vortag im Achtelfinal gegen Tschechien (4:2) anknĂŒpfen und gerieten bis zur 24. Minute völlig unnötig 0:3 in RĂŒckstand.

Vor dem 0:1 von Miro Aaltonen verlor zunĂ€chst GaĂ«tan Haas in der neutralen Zone den Puck, dann agierten die Verteidiger Raphael Diaz und Mirco MĂŒller zu wenig konsequent vor dem eigenen GehĂ€use. Das 0:2, das 128 Sekunden nach dem ersten Gegentreffer fiel, war ein Eigentor von Santeri Alatalo, der die Scheibe mit dem Stock an die Maske von Goalie Reto Berra lenkte, von wo sie ĂŒber die Linie kullerte. Es war im fĂŒnften Spiel das vierte Eigentor der Schweizer. Dem 0:3 von Marko Anttila ging ein haarstrĂ€ubender Fehlpass von Verteidiger Lukas Frick in der eigenen Zone voraus.

Danach kontrollierten die Finnen die Partie bis zur ersten Strafe in diesem Spiel, die Mikko Lehtonen kassierte. Andres AmbĂŒhl, der schon in den Achtelfinals, ebenfalls in Überzahl, den ersten Schweizer Treffer erzielte hatte, verkĂŒrzte in der 38. Minute nach einer schönen Kombination auf 1:3. Den letzten Pass gab Enzo Corvi, der mit Abstand produktivste Schweizer StĂŒrmer an diesem Turnier. Der Davoser Center verbuchte seinen vierten Assist und fĂŒnften Skorerpunkt insgesamt.

Das vierte Powerplay-Tor in Peking gab den Eisgenossen sichtlich Auftrieb. Sie starteten mit viel Schwung in den letzten Abschnitt. In der 42. Minute hatten sie Pech, als der auffÀllige Denis Malgin am Pfosten scheiterte. Nach der zweiten Strafe gegen die Finnen (54.) riskierte Fischer mit einem sechsten Feldspieler alles, worauf Iiro Pakarinen nach einem Scheibenverlust von Diaz an der gegnerischen blauen Linie das 4:1 erzielte (56.). Auch das 5:1 von Teemu Hartikainen (57.) war ein Schuss ins leere GehÀuse.

Obwohl Goalie Leonardo Genoni am Vortag brillierte hatte, setzte Fischer erstmals seit den Olympischen Spielen 2018 in einem K.o.-Spiel nicht auf den sechsfachen Meisterkeeper. An dem in der 24. Minute ausgewechselten Berra lag es allerdings nicht, dass die Schweizer den angestrebten Halbfinaleinzug verpassten. Vielmehr spielten die routinierten Finnen gewohnt diszipliniert. Es kommt nicht von ungefÀhr, dass die NordlÀnder an den letzten beiden Weltmeisterschaften Gold und Silber gewonnen haben. Umso bedauernswerter war es aus Schweizer Sicht, dass sie mit Eigenfehlern mithalfen.

(text&bild:sda)