7 MĂ€rz 2022

Schweizer Firma in Guatemala im Visier der UmweltschĂŒtzer

Ein Schweizer Bergbauunternehmen, das zur Solway Investment Group gehört, hat Daten ĂŒber UmweltschĂ€den in einem indigenen Gebiet im Nordosten Guatemalas zurĂŒckgehalten.

Das geht aus einer Untersuchung von 20 internationalen Medien hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurde. Die Recherche lĂ€uft unter dem Titel „Mining Secrets“. Insgesamt 65 Journalistinnen und Journalisten aus 15 LĂ€ndern nahmen daran teil.

In der Untersuchung werden dem Unternehmen auch GefĂ€lligkeitskĂ€ufe und EinschĂŒchterungen vorgeworfen. Die Firma streitet in einer Stellungnahme sĂ€mtliche VorwĂŒrfe ab. Sie entbehrten jeder Grundlage und widerspiegle nicht die Tatsachen.

Die Autoren der Recherche untersuchten durchgesickerte Dokumente und E-Mails der guatemaltekischen Nickelgesellschaft (CGN) und von Pronico, Tochtergesellschaften der Solway Investment Group, die in der NÀhe der Stadt El Estor tÀtig sind.

Die Organisation Forbidden Stories, die die Untersuchung durchfĂŒhrte, hat in ihrer Recherche aufgedeckt, dass Solway Absprachen mit den Behörden getroffen hat, um schwere FĂ€lle von Umweltverschmutzung vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Dem Bericht zufolge kam es unter anderem 2017 zur Bildung eines grossen roten Flecks im Izabal-See, an dessen Ufer sich eine Nickelverarbeitungsanlage befindet. Der Fall löste eine Protestaktion der örtlichen Fischer aus, die das Bergbauunternehmen als Verursacher des PhÀnomens beschuldigten.

Der letzte Protest gegen das Bergbauunternehmen fand im Oktober letzten Jahres statt, als Dutzende Einheimische tagelang die Zufahrt nach El Estor besetzten und die Lastwagen der Mine an der Durchfahrt hinderten. Die Polizei trieb sie mit TrÀnengas auseinander, woraufhin PrÀsident Alejandro Giammattei den Belagerungszustand verhÀngte und Hunderte von Soldaten einsetzte.

(text:sda/bild:unsplash)