10 Mai 2024

Niederreiter wieder im Element – Schweiz schl├Ągt Norwegen zum WM-Auftakt 5:2

Nino Niederreiter wird beim 5:2-Sieg gegen Norwegen im ersten WM-Spiel dank je einem Tor und Assist zum besten Schweizer Spieler gek├╝rt. Das ist Balsam auf seine Seele.

Es l├Ąuft die 52. Minute, Niederreiter bringt die Schweiz gegen Norwegen im Powerplay mit 5:1 in F├╝hrung. Es ist f├╝r ihn eine Art Erl├Âsung. Denn in der NHL blieb er nach seinem 18. Saisontreffer am 5. M├Ąrz in 21 Partien hintereinander ohne Torerfolg. Das ist f├╝r einen St├╝rmer, der sich auch ├╝ber Treffer definiert, eine sehr lange Durststrecke. „Es war definitiv ein Auf und Ab“, sagt der 31-j├Ąhrige Churer im Gespr├Ąch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA zu seiner Spielzeit mit den Winnipeg Jets, die mit einem 1:4 nach Siegen in den Playoff-Achtelfinals gegen die Colorado Avalanche endete.

Es war f├╝r ihn auch deshalb eine mental schwierige Saison, weil sich die Verl├Ąngerung des Vertrages in die L├Ąnge zog. Zuerst hiess es, dass am 1. Juli 2023 die ersten Gespr├Ąche stattfinden w├╝rden, am Ende dauerte es bis Anfang Dezember, ehe Niederreiter f├╝r drei weitere Jahre mit einer Lohnsumme von insgesamt zw├Âlf Millionen Dollar bis 2027 unterzeichnen konnte.

Defensiv viel gelernt

Das half ihm w├Ąhrend der Torflaute. „Ich wusste, dass ich auch f├╝r etwas unterschrieben hatte und wie wichtig unsere Linie f├╝r die Mannschaft ist“, erz├Ąhlt Niederreiter. So gab Trainer Rick Bowness, der von seinem Amt zur├╝ckgetreten ist, dem B├╝ndner mehrheitlich eine defensivere Rolle. „Ich habe viel gelernt, was die Defensive anbelangt, wie wichtig gewisse Details sind. Deshalb bin ich nun ├╝ber alles gesehen ein besserer Spieler.“

Gleichzeitig betont Niederreiter aber, dass mit einer solchen Rolle die Kreativit├Ąt etwas verloren gehe. Deshalb ist er umso froher, an der WM nun wieder eine offensivere Aufgabe zu haben, um „mir zu beweisen, dass ich es noch kann.“ Das tat er gegen Norwegen. Vor dem 5:1 hatte er schon das 1:0 von Sven Andrighetto (12.) vorbereitet.

„Es tut immer gut, wenn du dem Team helfen kannst“, sagt Niederreiter. „Allerdings muss ich schon noch am einen oder anderen schleifen, um mich zu verbessern“, gibt er sich auch selbstkritisch. So ist die Angew├Âhnung an das gr├Âssere Eisfeld als in der NHL angesichts von nur einem Training vor der Partie gegen Norwegen selbstredend noch nicht abgeschlossen.

Und mit Andrighetto hatte er zwar schon zuvor in einer Sturmlinie zusammengespielt, das war aber letztmals an der WM 2019 der Fall. Center Ken J├Ąger, ein WM-Neuling, kennt er dagegen „zu wenig gut. Ich merkte aber schon im ersten Training, dass er gute H├Ąnde hat und ein guter Schlittschuhl├Ąufer ist. Einen Rechtssch├╝tzen als Center zu haben, ist immer sehr gut.“ Ein solcher sehe das Spiel anders wie ein Linkssch├╝tze, den er eigentlich die ganze Saison bei Winnipeg als Linienpartner gehabt habe. „Von daher ist das sicher eine coole Konstellation.“

Zum Spiel gegen Norwegen sagt Niederreiter: „Im Grossen und Ganzen war die Leistung okay. Es war ein guter Start f├╝r uns, was die Intensit├Ąt, das Physische anbelangt. Wir spielten eine Zeit lang gutes Eishockey, zeigten aber auch, dass wir noch einiges vor uns haben, was die Struktur anbelangt.“

Wie blickt er auf die Partie vom Sonntagabend gegen ├ľsterreich voraus? „Das ist logischerweise ein Gegner, den wir bezwingen m├╝ssen. Wir k├Ânnen jedoch nicht einfach aufs Eis gehen und denken, es werde ein einfaches Spiel. Im Gegenteil: Wir m├╝ssen uns verbessern.“

(text:sda/bild:keystone)