19 Mai 2022

Schweizer Börse von Inflationssorgen stark gebremst

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag tiefrot abgeschlossen. Rund um den Globus haben Inflations- und RezessionsÀngste die Börsen auf Talfahrt geschickt, so auch den Schweizer Leitindex SMI.

AuffÀllig waren die deutlichen Abgaben des Schwergewichts Nestlé, nachdem tags zuvor die US-DetailhÀndler Walmart und Target die Investoren mit Inflationswarnungen geschockt hatten.

„Das Zinsgespenst geht wieder um“, kommentierte ein HĂ€ndler das Börsengeschehen. Immer weniger Anleger glaubten daran, dass der US-Notenbank Fed im Kampf gegen die Inflation eine weiche Landung der US-Wirtschaft gelingt. Ein anderer HĂ€ndler sprach von „Angsthandel“. Nach dem im Wochenverlauf kurzzeitig aufgeflammten Optimismus liege der Fokus der Anleger nun wieder ganz auf den Folgen der anhaltend hohen Inflation.

Am Ende bĂŒsste der SMI 2,3 Prozent auf 11’309 Punkte ein. WĂ€hrend des Handels war der Index gar bis in den Bereich von 11’230 ZĂ€hlern und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang MĂ€rz eingebrochen. Auch die weiteren europĂ€ischen BörsenplĂ€tze rutschten ab: In Frankfurt verlor der DAX 0,9 Prozent oder der FTSE-100 in London knickte um 1,8 Prozent ein.

Am Schweizer Markt wogen die deutlichen Abgaben des Schwergewichts Nestlé (-5,0 Prozent) besonders schwer. Ein negativer Kommentar der Bank Bernstein zu den Aussichten des Nahrungsmittelkonzerns sowie die schwachen Daten von Walmart und Target hatten den Kurseinbruch eingelÀutet.

Die rote Laterne trug bei den Blue Chips allerdings Julius BĂ€r (-5,9 Prozent). Die Privatbank hat in den ersten vier Monaten des Jahres die garstige Marktlage zu spĂŒren bekommen und musste AbflĂŒsse von Kundengeldern hinnehmen. Auch andere Finanzinstitute, allen voran Versicherungen, gerieten an der Börse in den AbwĂ€rtssog: Zurich Insurance fielen um 4,1 Prozent, Swiss Life und Swiss Re gingen um je 3,5 Prozent zurĂŒck.

Mit dem Vakuumspezialisten VAT (Aktie: -3,1 Prozent), dem Logistiker KĂŒhne+Nagel (-4,1 Prozent) und dem Personalvermittler Adecco (-3,4 Prozent) zĂ€hlten einmal mehr auch Wachstumswerte zu den grössten Verlierern. Bereits am Vortag hatten einige Zykliker auf den Verkaufszetteln der Börsianer gestanden. Dagegen hielten sich die Abgaben bei Novartis (-1,5 Prozent) und Roche (-1,4 Prozent) in Grenzen.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)