18 September 2021

Schweizer auf k├╝rzestem Weg zum Ziel

Das Schweizer Davis-Cup-Team gewinnt das Playoff der Weltgruppe II in Biel gegen Estland diskussionslos 5:0. Nach dem ersten Sieg seit vier Jahren kann man sich wieder nach oben orientieren.

Die Esten leisteten h├Ąrteren Widerstand als in den beiden Einzeln vom Freitag, waren aber kein echter Gradmesser. Das Linksh├Ąnder-Doppel Marc-Andrea H├╝sler/Dominic Stricker sorgte gegen Vladimir Ivanov und Mattias Siimar mit 6:4, 7:6 (7:4) ohne Satzverlust und bei erster Gelegenheit f├╝r die Entscheidung.

H├╝sler, dem am Freitag im Einzel der (├╝berzeugende) Davis-Cup-Deb├╝tant Stricker vorgezogen worden war, zeigte sich besonders gl├╝cklich. „Jetzt habe ich auch mal eine Begegnung gewonnen“, sagte der 25-j├Ąhrige Z├╝rcher vor der Halle im Swiss-Tennis-Leistungszentrum, mit der Herbstsonne um die Wette strahlend. Pers├Ânlich war es der zweite Sieg f├╝r den 1,96-m-Riesen.

Dass er mit dem sechs Jahre j├╝ngeren Berner hervorragend harmoniert, hatten die beiden beim Doppel-Turniersieg in Gstaad unter Beweis gestellt. „Wir haben zusammen, glaube ich, erst einmal den Service abgegeben.“ Mit dieser Sicherheit und einem 2:0-Vorsprung im R├╝cken konnten sie die Partie gegen die sich im zweiten Satz steigernden Esten relativ ruhig in Angriff nehmen. Ein Break im allerersten Game sowie ein solides Tiebreak reichten zum Sieg, obwohl sie beim Return nur selten brillierten.

„Genial“, freute sich Dominic Stricker ├╝ber sein rundum gelungenes Davis-Cup-Deb├╝t. Das passt auch zu seinem gesamten Jahr, in dem er sich erstaunlich schnell auf der M├Ąnnertour etabliert hat. Der Juniorensieger des French Open 2020 ist ein grosses Versprechen f├╝r die Zukunft. Unter vielen positiven Aspekten strich denn auch Captain Severin L├╝thi das Deb├╝t von Stricker besonders hervor.

Nat├╝rlich seien die Gegner nicht ganz so stark gewesen. „Aber er hat dem Druck hervorragend standgehalten“, meinte der erfahrene Berner, der seit 16 Jahren Captain und nicht viel weniger Jahren Coach von Roger Federer ist. Er durfte eine positive Bilanz ohne Wermutstropfen ziehen und freute sich nicht zuletzt auch ├╝ber eine gute Atmosph├Ąre mit zweimal rund 500 treuen Fans in der Halle.

Nach dem allseits erwarteten Pflichtsieg, dem ersten im Davis Cup seit vier Jahren, spielt die Schweiz im kommenden Fr├╝hling im Playoff der Weltgruppe I. Um den Einzug in das Finalturnier mit 16 Teams des vor zwei Jahren reformierten Teamwettbewerbs k├Ânnen die Schweizer aber fr├╝hestens 2023 k├Ąmpfen. Die Aussichten sind aber sicher besser als seit Langem. „Wir warten jetzt erst mal die Auslosung ab, dann schauen wir weiter“, gab sich L├╝thi vorsichtig. Diese erfolgt am kommenden Donnerstag.

(text:sda/bild:unsplash)