16 April 2022

Schweiz verlangt Ausschluss russischer SportfunktionÀre

Die Schweiz fordert vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) den Ausschluss von FunktionÀren aus Russland und Belarus aus SpitzenÀmtern in internationalen SportverbÀnden. Sportministerin Viola Amherd schickte dazu einen Brief an IOC-PrÀsident Thomas Bach.

Über das Schreiben vom Donnerstag berichteten am Samstag zuerst die Tamedia-Zeitungen. Angesichts der Situation in der Ukraine reiche es nicht mehr aus, Athletinnen und Athleten aus den beiden LĂ€ndern von WettkĂ€mpfen im Ausland auszuschliessen, heisst es in dem Brief, welcher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt.

Bereits im MÀrz hatte ein Nationenkollektiv von rund 30 LÀndern, darunter die Schweiz, in einer ErklÀrung wirksame Massnahmen der internationalen SportverbÀnde gegen Russland und Belarus gefordert.

Die Schweiz habe sich mit dem Statement klar positioniert, teilte dazu am Samstag Christoph Lauener, Leiter Kommunikation beim Bundesamt fĂŒr Sport (Baspo), auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Die VerbĂ€nde seien jedoch privatrechtlich organisiert. Das IOC habe wesentlich wirksamere Mittel als der Staat und könne die VerbĂ€nde gegebenenfalls aus der olympischen Familie ausschliessen.

Am Mittwoch hatte Baspo-Direktor Matthias Remund demnach an einer Onlinekonferenz des Nationenkollektivs bekrÀftigt, dass es weitere Schritte brauche. Die Schweiz als Sitzstaat zahlreicher internationaler SportverbÀnde erwarte nun ein starkes Zeichen des Sports.

Swiss Olympic, das Schweizerische Olympische Komitee, unterstĂŒtzt die Haltung des Bundes. „Uns geht es um Gleichbehandlung von Sportlern und FunktionĂ€ren“, sagte Mediensprecher Alexander WĂ€fler gegenĂŒber den Tamedia-Zeitungen. Viele FunktionĂ€re seien nach EinschĂ€tzung von Swiss Olympic enger mit den Regimes in Moskau und Minsk verbunden als die Sportler. Vom IOC lag zunĂ€chst keine Stellungnahme vor.

(text&bild:sda)