25 März 2021

Schweiz erhält bis Ende Juli mindestens 8 Millionen Impfdosen

In den Monaten April, Mai, Juni und Juli erhält die Schweiz mindestens 8 Millionen Impfdosen von Pfizer/Biontech und Moderna. Das Ziel, alle Personen, die sich impfen lassen möchten, bis Ende Juni mindestens einmal zu impfen, ist laut dem Bundesrat realistisch.

Mindestens 8,1 Millionen Impfdosen von den beiden bereits zugelassenen Impfstoffen sollen bis Ende Juli in der Schweiz eintreffen. Die Impfstoffhersteller hätte die rechtzeitige Lieferung der gekauften Mengen zugesichert, teilten der Bundesrat und die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) mit. Bund und Kantone trafen sich am Donnerstag mit Vertreterinnen und Vertretern der Impfstofflieferanten Pfizer/Biontech und Moderna.

Insgesamt hat die Schweiz bei Pfizer/Biontech 6 Millionen Impfdosen bestellt und bei Moderna 13,5 Millionen Impfdosen. Mit dieser Zusicherung bleibe das Ziel, allen Personen, die sich impfen lassen wollen, bis Ende Juni mindestens eine Impfung anbieten zu können, realistisch, heisst es in der Mitteilung.

Massgeblich schneller geimpft werden k√∂nnte, wenn weitere Impfstoffe dazuk√§men. Das Gesuch von Astra Zeneca wird derzeit von der Heilmittelbeh√∂rde Swissmedic gepr√ľft. 5,3 Millionen Impfdosen hat der Bund bei dem britischen Pharmakonzern bestellt. Zwei weitere Impfstoffproduzenten, bei denen die Schweiz Vakzine bestellte, sind Curevac (5 Millionen Impfdosen) und Novavax (6 Millionen Impfdosen). Beide Unternehmen haben in der Schweiz noch kein Zulassungsgesuch eingereicht.

Offenbar rechnet der Bund damit, dass die Zulassung des Impfstoffs von Astra Zeneca kurz bevorsteht. Das Bundesamt f√ľr Gesundheit (BAG) hat Szenarien f√ľr die Impfkampagne bis Ende Juli erstellt, jeweils abh√§ngig von der Impfbereitschaft und in der Variante mit und ohne den britischen Impfstoff.

Der Bund geht davon aus, dass sich derzeit rund die Hälfte der Bevölkerung in der Schweiz impfen lassen möchte. Rund ein Viertel sei noch unsicher, und ein Viertel wolle sich nicht impfen lassen.

Auch bei einer Impfbereitschaft von 75 Prozent und ohne einen zus√§tzlichen Impfstoff d√ľrften die zugesicherten Lieferungen laut BAG ausreichen, um sp√§testens in der zweiten H√§lfte des Monats Juli allen erwachsenen Personen, die sich impfen lassen m√∂chten, eine Dosis zu verabreichen.

Fr√ľhestens k√∂nnen gesunde Erwachsene mit einer Impfung in der ersten Juni-H√§lfte rechnen. Dies unter den Bedingungen, dass die Impfbereitschaft nicht √ľber 50 Prozent liegt und der Impfstoff von Astra Zeneca zus√§tzlich vorhanden ist.

Bis Mitte M√§rz haben laut BAG bereits alle Personen √ľber 75 Jahre und das Heimpersonal eine erste Impfdosis erhalten. Den Abschluss der ersten Impfung f√ľr besonders gef√§hrdete Personen erwartet das BAG f√ľr die zweite H√§lfte des Monats April. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal d√ľrften laut BAG ebenfalls in der zweiten April-H√§lfte geimpft werden, allerdings verz√∂gert sich dies bei einer Impfbereitschaft von 75 Prozent bei besonders gef√§hrdeten Personen und dem Gesundheitspersonal ohne den Impfstoff von Astra Zeneca auf die erste H√§lfte des Monats Mai.

Diese Berechnungen beziehen sich jeweils auf die erste Impfdosis. Da bereits rund zwei Wochen nach der ersten Dosis ein hoher Schutz vor symptomatischen Infektionen bestehe, k√∂nne auch mit einer Dosis ein Einfluss auf den Verlauf der Epidemie erwartet werden, heisst es in der Mitteilung. F√ľr den vollst√§ndigen Impfschutz ist bei den Impfstoffen von Moderna und Pfizer/Biontech jedoch eine zweite Impfdosis notwendig.

Der Impfplan kann jedoch nur eingehalten werden, wenn auch die Logistik stimmt. Der Bund werde die Impfdosen sofort an die Kantone weiter verteilen, und die Kantone seien bereit, die grossen Mengen schnellstmöglich zu verimpfen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Zur schnellen Verimpfung beitragen k√∂nnten auch die Unternehmen. Die Bereitschaft verschiedener Firmen, selbst Impfaktionen durchzuf√ľhren, und damit bei der Bew√§ltigung der Krise zu helfen, werde vom Bund begr√ľsst.

 

(text:sda/bild:pixabay)