27 M├Ąrz 2023

Schottische Nationalpartei entscheidet ├╝ber Sturgeon-Nachfolge

In Schottland kl├Ąrt sich an diesem Montag die Nachfolge der scheidenden Regierungschefin Nicola Sturgeon. Aussichtsreichste Kandidaten sind Finanzministerin Kate Forbes (32) und Gesundheitsminister Humza Yousaf (37). Die dritte Bewerberin Ash Regan (49), ein ehemaliges Kabinettsmitglied, gilt als Aussenseiterin. Die gut 72 000 Mitglieder der regierenden Schottischen Nationalpartei (SNP) k├Ânnen noch bis 13.00 Uhr MESZ ihre Stimme abgeben. Danach soll die Entscheidung bekannt gegeben werden.

Sturgeon hatte am 15. Februar ├╝berraschend ihren R├╝ckzug als „First Minister“ sowie Parteivorsitzende der SNP angek├╝ndigt. Die 52-J├Ąhrige war die erste Frau im h├Âchsten Regierungsamt des n├Ârdlichsten britischen Landesteils und gilt als treibende Kraft einer Unabh├Ąngigkeit vom Vereinigten K├Ânigreich. In Schottland leben etwa 5,5 Millionen Menschen – ein Zehntel der Einwohnerzahl Englands.

Mit Sturgeons R├╝ckzug stellt sich auch die Frage nach der Zukunft der Unabh├Ąngigkeitsbewegung. Zwar haben alle Kandidaten angek├╝ndigt, eine Losl├Âsung weiter voranzutreiben. Allerdings ist der Weg dahin unklar: Ein neues Referendum ist nach einer Entscheidung des obersten britischen Gerichts nur mit Zustimmung der Zentralregierung in London m├Âglich – diese lehnt einen solchen Schritt strikt ab. In Umfragen sank die Zustimmung zu einer Unabh├Ąngigkeit nach Sturgeons R├╝ckzug.

Die neue Parteichefin oder der neue Parteichef soll an diesem Dienstag im Regionalparlament von Edinburgh auch „First Minister“ werden. Auf die neue F├╝hrung kommen jenseits der Unabh├Ąngigkeitsfrage weitere schwierige Themen zu.

Trotz ihrer Regierungs├Ąmter gelten sowohl Forbes als auch Yousaf als vergleichsweise unerfahren. Spitzenpolitiker wie Sturgeons Vize John Swinney oder der fr├╝here SNP-Fraktionschef im britischen Parlament, Angus Robertson, hatten auf eine Kandidatur verzichtet.

(text:sda/bild:unsplash)