9 April 2024

Schon mehr als 90.000 Menschen in Kasachstan und Russland evakuiert

Wegen der √úberschwemmungen in Russland und Kasachstan sind nach Beh√∂rdenangaben in den beiden Nachbarl√§ndern bereits mehr als 90’000 Menschen evakuiert worden. „Seit dem Beginn der √úberschwemmungen wurden 86’000 Personen gerettet, darunter 29’000 Kinder“.

Dies teilte das kasachische Katastrophenschutzministerium am Dienstag mit. Die Evakuierungseinsätze fanden demnach im Westen und Norden des riesigen zentralasiatischen Landes statt.

Die russischen Beh√∂rden sprachen am Dienstag von 6500 in Sicherheit gebrachten Menschen sowie 10’550 √ľberschwemmten H√§usern in den Regionen Ural und Sibirien. In Kasachstan standen den √∂rtlichen Beh√∂rden zufolge mehr als 3700 Behausungen unter Wasser und der Wasserpegel stieg weiter.

Der kasachische Staatschef Kassym-Schomart Tokajew wirft den √∂rtlichen Beh√∂rden vor, keine ausreichenden Vorkehrungen f√ľr das Hochwasser getroffen zu haben. Er sprach vergangene Woche von der „mit Blick auf Ausmass und Konsequenzen vielleicht gr√∂ssten Naturkatastrophe der vergangenen 80 Jahre“.

An den Rettungseins√§tzen in Kasachstan sind mittlerweile 23’000 Mitarbeiter der Ministerien f√ľr Katastrophenschutz, Inneres und Verteidigung sowie der Geheimdienste beteiligt. Ausserdem sind tausende zivile Freiwillige im Einsatz.

In Russland ist die Region Orenburg am st√§rksten von den √úberschwemmungen betroffen. Der B√ľrgermeister der Stadt Orenburg warnte, das Hochwasser werde voraussichtlich erst am Mittwoch seinen H√∂hepunkt erreichen. Auch die russischen Regionen Kurgan und Tjumen rechnen mit Rekord-Pegelst√§nden, sie hatten am Montag den Notstand ausgerufen.

In der Stadt Orsk hatten am Montag mehrere hundert Menschen gegen den Umgang der Beh√∂rden mit der Situation demonstriert – einer der seltenen F√§lle von √∂ffentlichem Protest in Russland. Orsk war zu grossen Teilen √ľberschwemmt worden, nachdem am Freitag ein Staudamm gebrochen war.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)