11 Januar 2022

Schnegg: “Wir sind in einer neuen Phase angelangt”

Der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg spricht sich daf├╝r aus, die Quarant├Ąne f├╝r Personen, die mit dem Coronavirus in Kontakt gekommen sind, abzuschaffen. Bei den positiv getesteten Personen sollte die Isolationszeit auf f├╝nf Tage verk├╝rzt werden.

Dabei m├╝sse mindestens ein Tag symptomfrei sein. Bei der Omikron-Variante seien viel weniger schwere Verl├Ąufe festzustellen als bei der Delta-Variante, begr├╝ndete Schnegg in einem Interview mit den Berner Tageszeitungen “Der Bund” und “Berner Zeitung”, einen solchen Schritt. Es sei mit einer sehr hohen Dunkelziffer zu rechnen.

Das heisse, dass die Ansteckungen nicht mehr verfolgt werden k├Ânnten und die Beh├Ârden kaum noch ├╝ber alle Kontakte informiert w├╝rden. “Wir sind in einer neuen Phase angelangt. Wenn das Isolation- und Quarant├Ąne-System nicht angepasst wird, generieren wir ein neues Problem, das wom├Âglich noch gr├Âsser ist als die Krankheit selbst”.

Weil so viele Personen wegen Quarant├Ąne und Isolation ausfielen, brauche es jetzt mehr Flexibilit├Ąt. Er glaube nicht, dass die Fallzahlen st├Ąrker zun├Ąhmen, wenn die Quarant├Ąne wegfalle. “Mit Omikron m├╝ssen wir langsam dazu ├╝bergehen, Corona wie andere Krankheiten zu behandeln”, sagte Schnegg weiter.

Auf die Frage, ob er es f├╝r m├Âglich halte, dass der Bundesrat an seiner Sitzung vom Mittwoch die Quarant├Ąne per sofort abschaffe, sagte der Berner Gesundheitsdirektor, dass es vielleicht zwei Schritte brauche – zuerst die Reduktion auf f├╝nf Tage und die Abschaffung dann in ein oder zwei Wochen.

Pr├╝fenswert findet Schnegg den Vorschlag des Epidemiologen Marcel Salath├ę, statt auf Quarant├Ąne auf Selbsttests zu setzen. Parallel dazu k├Ânnte das Contact-Tracing heruntergefahren werden. ├ťberfl├╝ssig w├╝rde es jedoch nicht so schnell. “Wir m├╝ssen sofort reagieren, wenn sich die Situation ├Ąndert und eine neue Virusvariante auftaucht”.

(text&bild:sda)