20 Oktober 2022

Schindler gibt sich trotz Auftragsr├╝ckgang zuversichtlich

Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler k├Ąmpft weiterhin mit den Folgen der Teuerung und bekommt den nicht mehr rund laufenden Schl├╝sselmarkt China zu sp├╝ren. Dies f├╝hrte im dritten Quartal zu einem markanten R├╝ckgang der Bestellungen. Gleichwohl verstr├Âmt das Management Zuversicht.

Der Bestellungseingang nahm in den ersten neun Monaten um 0,8 Prozent auf 8,97 Milliarden ab, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im dritten Quartal allein gab es sogar einen satten R├╝cksetzer um 8,5 Prozent.

Das Unternehmen schreibt im Communiqu├ę von einem “deutlichen R├╝ckgang des chinesischen Neuanlagenmarktes”. Und dieser ist bekanntlich f├╝r Schindler ein Schl├╝sselmarkt. Die chinesische Baukonjunktur l├Ąuft seit einiger Zeit nicht mehr auf Hochtouren.

Bei der Abarbeitung des hohen Auftragsbestands kommt Schindler hingegen besser voran als zuletzt. So stieg er Umsatz in den ersten neun Monaten zwar nur um 0,3 Prozent auf 8,31 Milliarden (+1,7% in Lokalw├Ąhrungen). Im dritten Quartal resultierte allerdings ein ├╝berraschend hohes Umsatzwachstum von 5,6 Prozent rsp. von 7,9 Prozent in Lokalw├Ąhrungen. Alle Regionen und Produktlinien h├Ątten zum Wachstum beigetragen, hiess es dazu.

Dies f├╝hrte im dritten Quartal auch zu einer deutlichen Verbesserung bei der Profitabilit├Ąt im Vergleich zu den Vorquartalen. “Die Stabilisierungsmassnahmen beginnen sich auszuzahlen”, kommentiert dies Firmenchef Silvio Napoli. Die Bew├Ąltigung der Altlasten und die Anpassung an die sich schnell ver├Ąndernden Marktbedingungen w├╝rden jedoch noch Zeit brauchen. “Insgesamt zeigt sich aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind.”

Im Vorjahresvergleich sieht es bei den Gewinnzahlen insbesondere wegen der gestiegenen Rohmaterialpreisen aber nach wie vor d├╝ster aus. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT (bereinigt) sank um 22 Prozent auf 738 Millionen. Die entsprechende Marge betrug 8,9 Prozent. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Wert von 11,4 Prozent ausgewiesen worden. Unter dem Strich resultierte noch ein Gewinn von 481 Millionen, was einem Minus von gut 30 Prozent entspricht.

Die Erwartungen der Analysten hat Schindler mit den Zahlen abgesehen vom Auftragseingang zum Teil recht klar ├╝bertroffen.

Im Ausblick geht das Unternehmen von einer weiteren globalen Marktabschw├Ąchung aus. F├╝r das laufende Jahr 2022 ist der Konzern nun gleichwohl einen Ticken optimistischer.

So wird ein Umsatzwachstum in Lokalw├Ąhrungen zwischen 0 und +2 Prozent angepeilt, nach -2 bis +2 Prozent. Beim Reingewinn erwartet Schindler weiterhin einen Wert zwischen 620 und 660 Millionen.

Ausserdem gab der Innerschweizer Konzern bekannt, dass er sein Gesch├Ąft in Russland an das lokale Management verkauft hat und sich aus dem Markt zur├╝ckgezogen habe. Das neue Unternehmen firmiere unter dem Namen TRP Group.

(text:sda/bild:unsplash)