29 Juli 2022

Schach-Olympiade in einer schachverr├╝ckten indischen Stadt

Die wohl schachverr├╝ckteste Stadt der Welt, die s├╝dindische Metropole Chennai, ist Gastgeber der 44. Schach-Olympiade. Urspr├╝nglich sollte die Veranstaltung in Russland stattfinden, aber der Dachverband Federation Internationale des Echecs (FIDE) entschied sich angesichts des russischen Angriffskrieges dagegen. Nun findet die Olympiade bis zum 10. August in und um Chennai statt, zum ersten Mal ├╝berhaupt in Indien.

Die Begeisterung ist nicht erst seit der Olympiade ├╝berall sp├╝rbar: In der Stadt findet man an vielen Orten Schachakademien und -verb├Ąnde, Schachproduktehersteller und -verk├Ąufer. K├╝rzlich wurde gar eine bekannte Br├╝cke mit weisser und schwarzer Farbe in eine Art grosses Schachbrett verwandelt. Dort beginnen Kinder teils schon mit sechs Jahren oder j├╝nger Schach zu spielen. In vielen Vierteln gibt es Schachclubs, die sie nach der Schule oder am Wochenende besuchen.

Auch die meisten Schach-Grossmeister Indiens kommen aus dem Bundesstaat Tamil Nadu, von dem Chennai die Hauptstadt ist. Grossmeister ist der h├Âchste vom Dachverband FIDE verliehene Titel. Unter den Grossmeistern ist auch der 16 Jahre alte Rameshbabu Praggnanandhaa, der schon Schachweltmeister Magnus Carlsen geschlagen hat. Auch Carlsen soll bei der 44. Schach-Olympiade dabei sein, hiess es von den Veranstaltern. Insgesamt w├╝rden mehr als 300 Teams aus 185 L├Ąndern teilnehmen – nicht aber aus Russland, Belarus und China.

Dabei gab es mit einem Fackellauf durch Indien auch eine neue Zeremonie, die laut dem Dachverband FIDE nicht nur bleiben, sondern ausgebaut werden soll. Wie vor Olympischen Spielen soll der Fackellauf der Schach-Olympiade k├╝nftig durch alle Kontinente f├╝hren.

Es gibt ├╝brigens Hinweise, dass Schach urspr├╝nglich aus Indien kommen k├Ânnte. Alte indische Schriften beschreiben das Spiel Chaturanga, das ├ähnlichkeiten zum modernen Schach hat. Vier Spieler k├Ąmpfen dabei mit Infanterie, Kavallerie, Elefanten und Wagenlenkern gegeneinander.

(text:sda/bild:pixabay)