12 April 2023

SBB-Ausschreibung zu Fahrdiensten f├╝r Behinderte wird abgebrochen

Schweizweit haben sich zu wenig Anbieter f├╝r die geplanten ├ÂV-Fahrdienste f├╝r Gehbehinderte gemeldet. Die SBB haben die ├Âffentliche Ausschreibung f├╝r die Beschaffung abgebrochen. Die Shuttle-Dienste sollen aber trotzdem ab Januar 2024 eingef├╝hrt werden.

Die SBB wollen die Auftr├Ąge f├╝r die Taxi-Dienste nun freih├Ąndig vergeben, wie das Bahnunternehmen am Mittwoch mitteilte. Nach Ablauf einer zwanzigt├Ągigen Beschwerdefrist w├╝rden die SBB mit ihren ├ľV-Partnern gezielt auf m├Âgliche Anbieter von Fahrdiensten zugehen, hiess es.

Wenn Gehbehinderte an ihrem Wohnort noch keinen barrierefreien Bahnhof haben und auch kein Hilfspersonal vor Ort ist, sollen sie k├╝nftig ein Taxi zum n├Ąchsten behindertengerecht umgebauten Bahnhof nehmen k├Ânnen. Dieses Angebot m├╝ssen die SBB ab 2024 anbieten, weil ab dann gem├Ąss dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) der ├Âffentliche Verkehr barrierefrei sein muss. An ├╝ber 500 Bahnh├Âfen und Haltestellen d├╝rfte dies Ende Jahr aber noch nicht der Fall sein.

Die im Januar lancierte Ausschreibung f├╝r die Fahrdienste ist gefloppt, weil zu wenig Angebote eingegangen waren, um die Taxidienste schweizweit anbieten zu k├Ânnen. Die SBB gehen laut Mitteilung davon aus, dass die in der Ausschreibung vorgegebenen Bedingungen schwierig umzusetzen sind. Unter anderem war eine Frist von zwei Stunden gefordert, innerhalb derer ein Fahrdienst angeboten werden muss.

K├╝nftig bef├Ârdert werden sollen Personen mit eingeschr├Ąnkter Mobilit├Ąt vom nicht behindertengerechten Bahnhof zum n├Ąchstgelegenen barrierefreien Bahnhof. Nicht behindertengerecht meint, dass der Bahnhof keinen stufenfreien Zugang zum Perron hat oder das Perron zu schmal ist f├╝r eine Hilfe mittels Mobilift. Ein Mobilift ist eine gelbe Hebeb├╝hne.

Zu den Kosten des Projekts machten die SBB bislang keine Angaben. Urspr├╝nglich war geplant, den Auftrag im Sommer zu vergeben. Geplant war eine Laufdauer bis Ende 2029.

(text:sda/bild:sda)