Thuner Saisonstart geglückt!
Fast drei Monate, genauer zwei Monate und zweiundzwanzig Tage oder dreiundachtzig Tage, waren vergangen, seit der FC Thun den sensationellen Schweizer Meistertitel feiern konnte. Damals spontan bis tief in den Montagmorgen hinein. Die Erinnerungen daran sind bei allen Fans noch frisch.
Nun durfte der FC Thun die neue Saison als Schweizer Meister in Angriff nehmen. Dies auswärts beim FC Luzern, der in der vergangenen Spielzeit nicht über Platz sieben hinauskam, aber dem FC Thun auf dem Transfermarkt einen schmerzhaften Hieb versetzte. Leonardo Bertone, wohl der wichtigste Thuner des Märchens der letzten Saison, wechselte vom Thunersee an den Vierwaldstättersee.
Ganz allgemein trat der neue Cheftrainer Gian‑Luca Privtelli mit einer ziemlich neuen Mannschaft an. Viele vermeintliche Startspieler wurden wohl für die europäische Reise nach Kroatien am Dienstag geschont. Matoshi, Roth, Labbeau, Heule und Fehr nahmen zunächst auf der Bank Platz. In der Innerschweiz sollten es unter anderem viele Neuzugänge richten.
Der Start in diese Partie gelang dem FC Thun allerdings denkbar schlecht. Bereits nach einer Minute zappelte der Ball hinter Niklas Steffen im Netz. Nach einem Freistoss, einem langen Ball in den Strafraum und etwas Geflipper reagierte Stefan Knezevic am schnellsten und bugsierte den Ball irgendwie über die Linie.
Und nun? Verunsicherte Thuner? Ängstliche Oberländer? Ganz und gar nicht. Bereits in der achten Spielminute stempelte Neuzugang Nico Maier so richtig ein. Eine schöne Direktabnahme landete via Innenpfosten unhaltbar im Luzerner Tor. Ausgleich. Und danach deutlich dominantere Thuner auf dem Platz. Nicht, dass sie Luzern an die Wand gespielt hätten, aber sie übernahmen das Spieldiktat, gewannen mehr Zweikämpfe und waren gefährlicher.
Gerade die Neuzugänge Derbaci mit einem Schlenzer und Zoukit mit einem direkten Freistoss an die Latte schnupperten am Führungstor. In einer intensiven ersten Halbzeit fielen aber keine weiteren Treffer.
Beinahe begann die zweite Hälfte genauso wie die erste: mit einem frühen Tor für Luzern. Lars Villiger spielte schön in den Lauf von Lucas Ferreira, doch dieser scheiterte am herausstürmenden Niklas Steffen. Kurz darauf waren es aber die Thuner, die zur frühen Führung trafen. Die Szene erinnerte stark an Luzerns Tor in Halbzeit eins. Nach einem Freistoss wurde es unübersichtlich, ein Innenverteidiger reagierte am schnellsten, diesmal Nicolas Bürgy. Er stochert den Ball zu Gutbub, und dieser bringt den FC Thun in Führung.
In der 61. Minute nutzte Gian‑Luca Privitelli seine Luxusposition und brachte drei Schweizer‑Meister‑Leistungsträger. Heule, Roth und Matoshi waren fortan ebenfalls im Spiel und sollten mit Routine helfen, den Sieg über die Runden zu bringen.
Danach hatte Thun mehrfach die Chance, für eine Vorentscheidung zu sorgen. Dähler schlug alleine vor Simoni ein Luftloch, Gutbub verstolperte einige gute Möglichkeiten und auch Stewart war mit seinem Flachschuss nicht erfolgreich. Luzern wurde zunehmend aggressiver. In der 83. Minute foulte Andrejs Ciganiks Lucien Dähler an der Strafraumecke ziemlich rüde und ohne Not. Genau diese Freistossmöglichkeit nutzten die Thuner für die Entscheidung. Nicolas Bürgy stieg am höchsten und köpfte zum 3:1 ein.
Danach passierte kaum noch etwas Erwähnenswertes. Thun schaukelte die Führung souverän herunter, wie es sich für einen Schweizer Meister gehört, und konnte sich anschliessend von den zahlreich mitgereisten Fans feiern lassen.
Lange feiern wird allerdings nicht drinliegen. Bereits am Montag reist der FC Thun nach Kroatien für das Rückspiel in der Champions League Qualifikation gegen Dinamo Zagreb. Radio BeO hält euch auch bei diesem Spiel ab 20:00 Uhr auf dem Laufenden.