23 Juni 2026

S-Bahn-Haltestelle Thun Nord: Schlüsselprojekt für die Region droht ausgebremst zu werden

Die Stadt Thun hat die Botschaft 2027 zum Ausbau der Bahninfrastruktur zur Kenntnis genommen, welche der Bundesrat in die Vernehmlassung gegeben hat. Sie sieht vor, dass die seit Jahren geplante und im Ausbauschritt 2035 (STEP 2035) bereits festgesetzte S-Bahn-Haltestelle Thun Nord nicht wie vorgesehen 2035 realisiert wird, sondern auf einen deutlich späteren Zeitpunkt verschoben wird. «Dieser Entscheid ist für uns unverständlich», sagt Vizestadtpräsidentin Katharina Ali-Oesch. «Die Haltestelle ist ein Schlüsselprojekt für die langfristige Entwicklung der Region und der Stadt mit dem kantonalen Premium-Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Thun Nord. Sie ist zudem ein zentrales Element des Agglomerationsprogramms Thun und damit Teil einer abgestimmten Siedlungs- und Verkehrsentwicklung, die nun erschwert wird.»

Schlüsselprojekt für die Siedlungs- und Standortentwicklung

Der ESP Thun Nord steht exemplarisch für die Transformation eines historisch geprägten Militär- und Industriestandorts zu einem modernen Innovations- und Technologiestandort. Heute entwickelt sich das Gebiet zu einem bedeutenden Zentrum für Forschung, Entwicklung und industrielle High-Tech-Anwendungen mit einem Entwicklungspotenzial von bis zu 8’500 Arbeitsplätzen sowie ergänzenden Wohnnutzungen. Eine leistungsfähige Bahnerschliessung bildet die verkehrliche Grundlage für diese nachhaltige Transformation und stellt für diese Nutzungen einen zentralen Standortfaktor dar.

Beitrag zum Gesamtverkehrssystem

«Die S-Bahn-Haltestelle Thun Nord schafft einen zusätzlichen Zugang zum Bahnnetz und stärkt die Leistungsfähigkeit des regionalen öffentlichen Verkehrs insgesamt», sagt Jolanda Brunner, Präsidentin Regionale Verkehrskonferenz Oberland-West und Vorstandsmitglied Entwicklungsraum Thun. Darüber hinaus leiste die Haltestelle einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des strassengebundenen Verkehrs und zur besseren Auslastung der bestehenden Verkehrsinfrastrukturen.

«Die Stadt wird im Rahmen der Vernehmlassung alles daransetzen, dass die S-Bahn-Haltestelle Thun Nord gemäss ursprünglichem Zeitplan realisiert und mit der nötigen Priorität behandelt wird», sagt Katharina Ali-Oesch. «Wir treiben unsere Planungen für die Haltestelle weiterhin voran.»

(text:pd/bild:zvg)