19 Juli 2022

Russlands Staatsbahn bittet um Aufhebung der EU-Sanktionen

Russlands Eisenbahn RZD ist von den Sanktionen des Westens im Zuge des Ukraine-Krieges stark betroffen und bittet die EU, die Strafmassnahmen zur├╝ckzunehmen.

Sie seien sozial ungerecht, argumentierte der Staatskonzern am Dienstag im Nachrichtenkanal Telegram. „Die Sanktionen der EU zielen darauf ab, die M├Âglichkeiten der RZD einzuschr├Ąnken, ihre humanit├Ąren Aufgaben zu erf├╝llen, und sie sind diskriminierend gegen├╝ber der Bev├Âlkerung Russlands.“

RZD landete als eines der ersten Unternehmen auf der Sanktionsliste, nachdem Truppen und Milit├Ąrtechnik f├╝r den Angriff auf die Ukraine zumeist per Bahn an den Einsatzort transportiert worden waren. „Der EU-Ministerrat klassifiziert Z├╝ge als „Luxusg├╝ter“ f├╝r russische B├╝rger und blockiert ihre Lieferungen und Reparatur“, hiess es. Es handele sich aber um ein umweltfreundliches Verkehrsmittel vor allem f├╝r sozial schwache Schichten in Russland. Betroffen seien Rentner, Behinderte und Grossfamilien. Zudem verstiessen die Sanktionen gegen das Prinzip des freien Wettbewerbs.

W├Ąhrend die russische F├╝hrung meist darum bem├╝ht ist, die westlichen Sanktionen als weitgehend unbedeutend darzustellen, ist das RZD-Gesuch ein Eingest├Ąndnis, dass die Strafmassnahmen wirken. Sie erschweren demnach die Finanzierung und die Modernisierung der Bahn. RZD ging auch auf die langj├Ąhrige Partnerschaft mit dem deutschen Siemens-Konzern ein. Die Zusammenarbeit sei nur wegen des europ├Ąischen Exportembargos auf Eisenbahntechnik gestoppt worden. Vor diesem Hintergrund „ruft RZD den EU-Ministerrat dazu auf, die gegen sie angewendeten Sanktionen aufzuheben“.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)