21 Juni 2023

Russland verbietet Umweltschutzorganisation WWF

Die Generalstaatsanwaltschaft in Russland hat die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) fĂŒr unerwĂŒnscht erklĂ€rt und damit faktisch verboten. “Unter dem Vorwand des Umweltschutzes” behindere der WWF die industrielle Erschliessung der Arktis, den Abbau von Rohstoffen in der Polarzone und den Ausbau der an Russlands ArktiskĂŒste entlangfĂŒhrenden Nordostpassage, begrĂŒndete die Behörde am Mittwoch in einer Pressemitteilung das Verbot. Sie warf dem WWF damit Einmischung in die inneren Angelegenheiten Russlands vor. Unter internationalem Protest hatte Russland den WWF bereits im MĂ€rz als “auslĂ€ndischen Agenten” gebrandmarkt.

Die UmweltschĂŒtzer hatten die Entscheidung der russischen Behörden damals scharf kritisiert und angekĂŒndigt, dagegen zu klagen. Sie verwiesen dabei auch auf ihre jahrzehntelange Arbeit fĂŒr den Natur- und Artenschutz im flĂ€chenmĂ€ssig grössten Land der Erde. Zu ihrem jetzigen Verbot Ă€usserten sie sich zunĂ€chst nicht.

Seit Beginn des von PrĂ€sident Wladimir Putin befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben sich die Repressionen gegen die Zivilgesellschaft in Russland noch einmal verstĂ€rkt. Ziel ist auch, jede Art von Protest zu unterdrĂŒcken. Die Zahl der Nichtregierungsorganisationen, die seither auf die Schwarze Liste von Behörden gerieten, vervielfachte sich innerhalb der rund 16 Monate.

Konkreten Unmut der russischen Behörden in Bezug auf den WWF hatte ein seit Jahren betriebenes Umweltrating der Organisation hervorgerufen. Dieses soll Unternehmen dazu anhalten, ökologischer zu produzieren. Ein weiterer Vorwurf der russischen Seite bestand darin, dass der WWF Umweltorganisationen finanziere, die ebenfalls als “auslĂ€ndische Agenten” eingestuft worden seien. Vor drei Jahren hatte Putin die TĂ€tigkeit des WWF im Land noch öffentlich gelobt.

(text:sda/bild:sda)