7 April 2023

Russland droht mit Ende des Getreideabkommens im Mai

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow hat mit einem Ende des internationalen Abkommens zur Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine gedroht. Ohne Erleichterungen f├╝r eigene Agrarexporte werde Russland die Vereinbarung nicht verl├Ąngern, sagte Lawrow am Freitag bei einem Besuch in der T├╝rkei. „Wenn es weiterhin keine Bewegung beim Abbau der Barrieren f├╝r den Export russischen D├╝ngers und Getreides gibt, denken wir dar├╝ber nach, ob wir das Abkommen brauchen“, wurde er von der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zitiert. Sollte der Westen nicht einlenken, k├Ânne Russland die Blockade der ukrainischen Schwarzmeerh├Ąfen wieder aufnehmen.

Bei dem Treffen mit dem t├╝rkischen Aussenminister Mevl├╝t ├çavu┼čo─člu in Ankara sagte Lawrow an die Adresse des Westens: „Sollen sie doch weiter die entsprechenden G├╝ter der Ukraine ├╝ber den Landweg mit der Eisenbahn oder ├╝ber Fl├╝sse verfrachten.“ Russland werde dann mit der T├╝rkei und Katar zusammenarbeiten, um seine Agrarg├╝ter auf dem Weltmarkt abzusetzen. Die Pl├Ąne dazu seien schon besprochen worden. Das Abkommen l├Ąuft ohne Verl├Ąngerung Mitte n├Ąchsten Monats aus.

Russland hatte nach Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar vergangenen Jahres monatelang die ukrainischen Schwarzmeerh├Ąfen blockiert und damit die Ausfuhr von Getreide verhindert. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Exporteure weltweit. Dadurch gab es insbesondere in ├Ąrmeren L├Ąndern ├ängste vor einer Hungerkrise. Im Sommer wurde dann unter Vermittlung der T├╝rkei und der Vereinten Nationen ein Abkommen ausgehandelt. Seither gelangten nach t├╝rkischen Angaben mehr als 27 Millionen Tonnen ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt.

Die urspr├╝nglich f├╝r 120 Tage geschlossene Vereinbarung wurde zweimal verl├Ąngert, das letzte Mal allerdings nur noch f├╝r 60 Tage. Russland droht immer wieder damit, das Abkommen platzen zu lassen. Begr├╝ndet wird das auch damit, dass eigene Exporte von Getreide und D├╝nger durch westliche Sanktionen behindert w├╝rden.

(text:sda/bild:keystone)