25 April 2023

Russland droht mit Aus f├╝r Getreide-Abkommen

Rund dreieinhalb Wochen vor Auslaufen des internationalen Abkommens zur Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine hat Russland erneut mit dem Aus der Vereinbarung gedroht. Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York verteidigte unterdessen Russlands Aussenminister Sergej Lawrow den vor 14 Monaten begonnen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Und der Kreml teilte mit, dass bei der traditionellen Milit├Ąrparade am 9. Mai in Moskau grosser internationaler Besuch – wie schon im Vorjahr – ausbleiben wird.

„Terrorattacken des Kiewer Regimes bedrohen eine erneute Verl├Ąngerung des „Getreide-Deals“ nach dem 18. Mai“, teilte das russische Verteidigungsministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Konkret wirft Russland, das im Februar 2022 selbst den Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hatte, dem Nachbarland vor, im M├Ąrz und im April die Basis der russischen Schwarzmeerflotte auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim mit Drohnen attackiert zu haben. Aus Kiew gab es zun├Ąchst keine Reaktion.

Russland droht immer wieder damit, das zuletzt Mitte M├Ąrz um 60 Tage verl├Ąngerte Getreide-Abkommen platzen zu lassen – allerdings mit wechselnden Argumenten. Zuletzt etwa kritisierte Moskau wiederholt, die vereinbarten Sanktionserleichterungen f├╝r eigene D├╝nger-Exporte w├╝rden nicht ausreichend umgesetzt.

Nach Beginn seines Angriffskriegs hatte Russland monatelang die Schwarzmeerh├Ąfen des Nachbarlandes blockiert. Da die Ukraine einer der gr├Âssten Agrarexporteure ist, mehrten sich Bef├╝rchtungen ├╝ber einen massiven Anstieg der Lebensmittelpreise und – in dessen Folge – eine Hungerkrise in den ├Ąrmsten L├Ąndern. Im vergangenen Sommer vermittelten die Vereinten Nationen und die T├╝rkei in Form des Getreide-Abkommens ein Ende der Blockade.

(text:sda/bild:sda)