19 April 2024

Russischer Aussenminister bezeichnet Schweiz als „offen feindselig“

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat die Schweiz in einem Interview als „offen feindseliges Land“ bezeichnet. Sie sei deshalb f├╝r Verhandlungen ├╝ber den Ukraine-Konflikt nicht geeignet, wurde Lawrow am Freitag von der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Novosti zitiert.

Lawrow sagte demnach in einem Interview mit russischen Radiosendern, die Schweiz habe sich von einem neutralen Land in ein „offen feindseliges Land“ verwandelt. Sie sei deshalb nicht geeignet, Friedensverhandlungen zur Ukraine durchzuf├╝hren. Er bezog sich dabei allem Anschein nach auf die geplante Friedenskonferenz auf dem B├╝rgenstock NW im Juni.

Bereits vor rund einer Woche hatte der russische Pr├Ąsident Wladimir Putin Kritik an der Konferenz ge├Ąussert. Russland werde nicht dazu eingeladen, gleichzeitig werde zugegeben, dass sich ohne Moskau nichts entscheiden lasse. Und weil keine russische Delegation hinfahre, werde gesagt, dass Russland Verhandlungen ablehne. Das sei ein echtes Panoptikum, ein Kuriosit├Ątenkabinett, sagte Putin.

Lawrow seinerseits sagte, Russland respektiere die Position Chinas. Dessen Vertreter h├Ątten sich n├Ąmlich f├╝r die Einberufung einer Konferenz ausgesprochen, die f├╝r Russland und die Ukraine akzeptabel sei.

Der 10-Punkte-Plan des ukrainischen Pr├Ąsidenten Wolodymyr Selenskyj sollte dabei ganz beiseite gelassen werden. Stattdessen sollten zuerst die Grundlagen diskutiert werden, auf Basis derer Russland bereit w├Ąre, zu verhandeln.

Gem├Ąss Aussenminister Ignazio Cassis war Lawrow im Januar in News York der Erste, mit dem er sich ├╝ber die konkrete Durchf├╝hrung einer Konferenz unterhalten hatte. Dabei habe er auch betont, dass die Schweiz offen ├╝ber alle Standpunkte diskutieren und alle Friedenspl├Ąne anschauen wolle.

(text:sda/symbolbild:unsplash)