Rugby TV Thun gewinnt auch gegen Fribourg
In einem hart umkämpften und bis zur letzten Sekunde spannenden Heimspiel setzt sich der Rugby TV Thun mit 35:34 gegen den RC Fribourg durch. Die Berner Oberländer feiern damit ihren zweiten Sieg in Folge und verschaffen sich in der engen NLB-Tabelle etwas Luft.
Nach dem ersten Saisonsieg in der Vorwoche wollte der Rugby TV Thun auch im zweiten Heimspiel der Saison nachlegen. Gegen den direkten Tabellenkonkurrenten aus Fribourg stand für den NLB-Aufsteiger entsprechend viel auf dem Spiel. Die Gastgeber starteten erneut konzentriert und entschlossen in die Partie und setzten die Gäste von Beginn an unter Druck. Nachdem Fly-Half Louis von Grünigen mit seinem ersten Penaltykick noch gescheitert war, machte er es nach rund fünf Minuten besser und brachte Thun mit 3:0 in Führung. Wenig später nutzte Center Mike Koller die starke Anfangsphase und legte den ersten Try des Spiels. Dank erfolgreicher Conversion stand es früh 10:0 für die Hausherren.
Wie bereits in der Vorwoche schlichen sich jedoch zunehmend Undiszipliniertheiten ins Thuner Spiel ein. Mehrere Penalties ermöglichten es den Freiburgern, besser in die Partie zu finden und durch einen erfolgreichen Straftritt auf 10:3 zu verkürzen. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene und äusserst physische Begegnung, in der sich beide Mannschaften wenig schenkten. Ein weiterer Penaltykick brachte die Oberländer zwischenzeitlich mit 13:3 in Führung. Kurz vor der Pause erhöhten die Gäste allerdings nochmals den Druck. Die Thuner Defensive konnte den Angriffen nicht mehr standhalten und musste mit dem Pausenpfiff einen Try hinnehmen. So ging es mit einer knappen 13:10-Führung für das Heimteam in die Kabinen.
Ein offener Schlagabtausch in der zweiten Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein regelrechter Rugbykrimi. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und lieferten sich einen intensiven Schlagabtausch mit zahlreichen Führungswechseln. Zunächst erwischten die Thuner den besseren Start. Antonio Branquinho erhöhte mit einem sehenswerten Drop Goal aus dem laufenden Spiel auf 16:10. Doch die Antwort der Gäste liess nicht lange auf sich warten. Erst verkürzten sie mittels Penaltykick, ehe sie ihre körperlich starken Forwards einsetzten und nach einem erfolgreichen Maul einen weiteren Try erzielten. Damit ging Fribourg erstmals mit 20:16 in Führung.
Die Berner Oberländer liessen sich davon nicht beirren und kämpften sich Meter um Meter zurück ins Spiel. Rund 20 Minuten vor Schluss gelang Flügelspieler Simione Tabaki der nächste Try, womit die Gastgeber die Führung zurückeroberten. Doch erneut brachten unnötige Penalties die Thuner in Bedrängnis. Die Freiburger nutzten die gewonnenen Räume geschickt aus und setzten insbesondere über ihre physisch überlegenen Forwards immer wieder gefährliche Angriffe. Der nächste Führungswechsel liess nicht lange auf sich warten.
Was folgte, war ein nervenaufreibendes Hin und Her. Wieder waren die Thuner gefordert und erneut fanden sie eine Antwort. Nach mehreren druckvollen Angriffsphasen entschieden sich die Gastgeber kurz vor der gegnerischen Trylinie für ein schnelles «Tap and Go». Adam Jones nutzte die Gelegenheit und drückte den Ball über die Linie. Mit der knappen 28:27-Führung war die Partie wieder gedreht.
Nun schien das Momentum endgültig auf die Seite der Oberländer zu kippen. Die Thuner Forwards leisteten starke Vorarbeit und schufen immer wieder Räume für die schnelle Hintermannschaft. Nach einer sehenswerten Kombination über mehrere Stationen war es erneut Simione Tabaki, der den Angriff mit seinem zweiten Try krönte. Die erfolgreiche Conversion brachte Thun rund fünf Minuten vor Schluss mit 35:27 in Führung.
Doch entschieden war noch lange nichts. Erneute Undiszipliniertheiten ermöglichten es den Gästen, nochmals gefährlich nahe an die Thuner Trylinie vorzurücken. Tatsächlich gelang Fribourg ein weiterer Try samt Conversion und plötzlich stand es nur noch 35:34. Die Spannung war kaum mehr zu überbieten.
Nach dem anschliessenden Kickoff blieb den Freiburgern noch ein letzter Angriff, denn die Partie würde erst bei der nächsten Spielunterbrechung enden. Die Gäste hielten den Ball zunächst in ihren Reihen, verloren ihn jedoch bei einem Lineout ungefähr auf Höhe der Mittellinie. Thun sicherte sich den Ball und kickte ihn umgehend ins Aus. Der Schlusspfiff besiegelte einen hart erkämpften und umjubelten Heimsieg.
Mit diesem knappen Erfolg feiert der Rugby TV Thun den zweiten Sieg in Folge und sammelt wichtige Punkte im Kampf um den Ligaerhalt. Die Berner Oberländer bleiben zwar auf dem sechsten Tabellenrang, können sich aber etwas Luft verschaffen. Wie eng die NLB derzeit ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Zwischen dem zweiten und dem achten Rang liegen gerade einmal acht Punkte.
(text:pd/bild:zvg rugby tv thun)