Rugby TV Thun feiert ersten NLB-Sieg
Die Berner Oberländer belohnen sich im ersten Heimspiel der Saison mit einem 34:21-Erfolg gegen Albaladejo Lausanne. Trotz spielerischer Überlegenheit machten zahlreiche Strafen den Thunern das Leben schwer.
Nach drei Niederlagen zum Auftakt der NLB-Saison wollte der Rugby TV Thun im ersten Heimspiel endlich den ersten Sieg einfahren. Gegen Albaladejo Lausanne gelang den Berner Oberländern ein Start nach Mass. Anders als in den vergangenen Partien, in denen Thun jeweils früh einem Rückstand hinterherrennen musste, starteten die Gastgeber konzentriert und fokussiert. Mit viel Druck setzten sie die Lausanner früh unter Zugzwang und wurden bereits in den ersten zehn Minuten belohnt: Flügelspieler Brandon Wild drückte den Ball zum ersten Try ins Malfeld. Mit der anschliessenden Erhöhung stand es 7:0 für das Heimteam.
Thun hielt das Tempo hoch und bestimmte das Geschehen. Mit einem erfolgreichen Penaltykick erhöhte Flyhalf Louis von Grünigen auf 10:0. Doch trotz der klaren Überlegenheit im offenen Spiel liessen die Gastgeber die Gäste wieder ins Spiel kommen. Zahlreiche Undiszipliniertheiten und daraus resultierende Strafen ermöglichten Lausanne, mit Penaltykicks immer wieder Raumgewinn zu erzielen und sich bis nahe an die Thuner Endzone vorzuarbeiten. Nach einem Maul gelang den Waadtländern schliesslich der Anschluss zum 7:10.
Die Partie wurde dadurch ausgeglichener, als es der Spielverlauf eigentlich vermuten liess. Während Thun mit gutem Phasenspiel und dynamischen Angriffen überzeugte, hielt sich Lausanne dank der wiederholten Strafen im Spiel. Die Antwort der Berner Oberländer folgte mit einem sehenswerten Angriff: Durch mehrere gute Phasen kreierten sie auf der linken Seite eine Überzahlsituation, welche die Backline konsequent ausnutzte. Mike Koller vollendete den Angriff mit einem Try zum 17:7. Kurz vor der Pause folgte der nächste Paukenschlag. In der Defensive fing Rian Hogen einen Pass der Lausanner ab und startete zu einem Sololauf über rund 80 Meter. Niemand konnte ihn mehr aufhalten, und so legte er den Ball zum nächsten Try im gegnerischen Malfeld ab. Mit einer komfortablen 22:7-Führung ging Thun in die Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Thun spielerisch die bessere Mannschaft. Die Defensive der Gastgeber liess im offenen Spiel kaum gefährliche Durchbrüche zu, und in der Offensive fanden die Berner Oberländer immer wieder Lösungen. Dennoch gelang es ihnen nicht, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Zu viele Strafen kosteten Ballbesitz und ermöglichten Lausanne wertvolle Meter. Erneut nutzten die Gäste eine solche Gelegenheit und verkürzten nach einem Maul auf 14:22.
Die Thuner liessen sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Mit einem echten Kraftakt sorgte Flügelspieler Simione Tabaki für etwas Luft. Auf der rechten Seite liess er sich trotz mehrerer Tacklingversuche nicht zu Boden bringen und kämpfte sich entschlossen ins Malfeld. Der Try zum 29:14 verschaffte den Gastgebern wieder ein beruhigenderes Polster.
Rund zehn Minuten später schlug Tabaki erneut zu. Nach einem präzisen Crossfield-Kick von Antonio Branquinho stand der Flügelspieler goldrichtig und sicherte sich seinen zweiten Try des Nachmittags. Damit baute Thun die Führung auf 34:14 aus und schien endgültig auf der Siegerstrasse. Doch Lausanne gab sich noch nicht geschlagen. Die Waadtländer kämpften bis zum Schluss und profitierten weiterhin von den zahlreichen Strafen gegen die Thuner. Rund zehn Minuten vor dem Ende gelang ihnen der Try zum 21:34. In der Schlussphase wurde die Partie auf beiden Seiten etwas zerfahren, weitere Punkte fielen jedoch keine mehr.
Mit dem 34:21-Erfolg feiert der Rugby TV Thun seinen ersten Sieg in der NLB und macht einen wichtigen Schritt weg vom Tabellenende. Bereits am kommenden Samstag bietet sich den Berner Oberländern im nächsten Heimspiel gegen Fribourg die Gelegenheit, nachzulegen und mit einem weiteren Sieg den Aufwärtstrend zu bestätigen.
(text:pd/bild:zvg rugby tv thun)