23 Oktober 2023

Zwei weitere Geiseln im Gazastreifen freigelassen

Die islamistische Hamas hat nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zwei weitere Geiseln im Gazastreifen freigelassen. Ein Sprecher bestĂ€tigte in Genf, dass seine Organisation die Befreiung unterstĂŒtzt und die beiden Personen am Montagabend aus dem PalĂ€stinensergebiet gebracht habe. „Wir hoffen, dass sie bald wieder bei ihren Lieben sein werden“, sagte er.

Nach israelischen Medienberichten handelt es sich um zwei Ă€ltere israelische Frauen. Sie seien aus der Ortschaft Nir Oz im Grenzgebiet zum Gazastreifen entfĂŒhrt worden. Ihre beiden EhemĂ€nner seien weiterhin in Hamas-Gefangenschaft. Alle vier seien zwischen 80 und 85 Jahre alt.

Zuvor hatte der militĂ€rische Arm der Hamas erklĂ€rt, zwei weitere Geiseln im Gazastreifen freigelassen zu haben. Der staatsnahe Ă€gyptische Fernsehsender Al-Kahira News berichtete, die beiden Frauen seien am GrenzĂŒbergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten angekommen. Der Sender zeigte Aufnahmen, wie sie in Krankenwagen liegen und behandelt werden. Der Zustand der Frauen sei stabil, sagten Ă€gyptische SanitĂ€ter dem Sender. Einer der Mediziner berichtete, seine Patientin habe ihm gesagt, sie sei glĂŒcklich, jetzt hier bei ihnen zu sein.

Er und seine Familie seien „glĂŒcklich“ ĂŒber die anstehende Heimkehr seiner Grossmutter, sagte der Enkelsohn einer der beiden freigelassenen Geiseln israelischen Medienberichten zufolge. Die Angehörigen haben demnach bereits mit ihr gesprochen. „Wir hoffen, dass es ihr gut geht.“

Die Freilassung der beiden Frauen soll nach Angaben der Hamas von Katar und Ägypten vermittelt worden sein. Die Geiseln seien „trotz der Verbrechen der Besatzung“ aus „humanitĂ€ren GrĂŒnden“ freigelassen worden, erklĂ€rte Hamas-Sprecher Abu Obeida im Telegram-Kanal der Al-Kassam-Brigaden.

Zuvor hatte es Medienberichte ĂŒber eine möglicherweise bevorstehende Freilassung von 50 Geiseln gegeben. Weder von der US-Regierung noch vom Internationalen Roten Kreuz gab es dafĂŒr zunĂ€chst eine BestĂ€tigung. Die „New York Times“ hatte berichtet, dass Israel davon ausgehe, dass die Hamas etwa 50 Geiseln, die nicht nur die israelische, sondern auch eine andere StaatsbĂŒrgerschaft hĂ€tten, freilassen könnte. Man werde sich an einer „Selektion“ zwischen auslĂ€ndischen und israelischen Geiseln nicht beteiligen, meldeten israelische Medien unter Berufung auf einen politischen ReprĂ€sentanten.

Aus den USA gab es zunĂ€chst keine BestĂ€tigung fĂŒr eine möglicherweise bevorstehende Freilassung einer grösseren Anzahl an Geiseln. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, sagte am Montag in Washington, er könne nichts dazu sagen. GrundsĂ€tzlich sei es mit Blick auf die Verhandlungen „in der jetzigen Phase des Prozesses nicht möglich, öffentlich ĂŒber die laufenden BemĂŒhungen zu berichten“, sagte Kirby. Man werde weiter mit den Partnern in der Region zusammenarbeiten, um alles dafĂŒr zu tun, damit die Geiseln freigelassen werden.

Der israelische Sender i24news berichtete unter Berufung auf das Rote Kreuz, der Rettungsdienst sei unterwegs, um eine Gruppe von etwa 50 EntfĂŒhrten mit doppelter StaatsbĂŒrgerschaft empfangen zu können. Eine Einigung sei binnen Stunden möglich, sollten keine neuen Hindernisse auftauchen, hiess es weiter.

Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 222 weitere wurden laut israelischer Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt, darunter sind auch mehrere Deutsche.

Am Freitag waren ĂŒberraschend eine Mutter und ihre Tochter freigelassen worden. Katar hatte die Freigabe der beiden US-BĂŒrgerinnen vermittelt.

(text:sda/bild:keystone/sda)