29 August 2023

Rösti: Schweiz kann Verkehrssystem auf hohem Niveau optimieren

Verkehrsminister Albert Rösti sieht angesichts aktueller und möglicher zukĂŒnftiger Krisen die Notwendigkeit, die Risiken im Verkehrssystem auf unterschiedliche TrĂ€ger zu verteilen. Das zeige auch die Entgleisung des GĂŒterzugs im Gotthard-Tunnel vor fast drei Wochen.

Die Folgen der Entgleisung fĂŒr den Transitverkehr, die Landesversorgung und fĂŒr den Tourismus seien immens, sagte Rösti am Dienstag an der nationalen MobilitĂ€tskonferenz in Bern. Das Thema der Konferenz, “Wie robust und krisenfest ist unser Verkehrssystem?”, könne daher nicht aktueller sein.

Man sehe gerade an diesem Beispiel, wie wenig es brauche, um einen grossen Schaden – auch wirtschaftlichen – zu verursachen, sagte der Verkehrsminister nach seiner Rede zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es sei daher eine Chance, dass jetzt an dieser Tagung alle in der Branche sensibilisiert seien.

Zum aktuellen Stand der Situation rund um den Verkehr durch den Gotthard-Tunnel sagte Rösti nicht viel Neues. Der Tunnel könne fĂŒr den Personenverkehr erst wieder freigegeben werden, wenn klar sei, dass der Verkehr sicher betrieben werden könne.

SBB-Chef Vincent Ducrot betonte, solange die Ursache unbekannt sei, mĂŒsse man “ruhig bleiben und abwarten”, bis Fakten geschaffen worden seien. Erst dann könnten Entscheide fallen. Entscheidend sei, dass es Alternativen gebe. Am Gotthard könne man ĂŒber die Bergroute ausweichen.

Krisen könne man nur bewÀltigen, indem man Fakten schaffe sowie faktenbasierte Lösungen suche und faktenbasierte Entscheide fÀlle, sagte der SBB-Chef an der Konferenz. Themen dieser Tagung waren neben der Resilienz kritischer Infrastrukturen auch Naturgefahren und Infrastrukturerhaltung, die Konvergenz von E-MobilitÀt und erneuerbarer Energie sowie die Cybersicherheit.

Die Schweiz mache zwar schon enorm viel fĂŒr die Sicherheit im Verkehr, sagte Rösti. Man könne aber auch auf hohem Niveau optimieren. Es gehe darum, die “hohe Effizienz und WiderstandsfĂ€higkeit” des Verkehrssystems zu sichern, etwa auch im Hinblick auf eine allfĂ€llige Energiekrise. Die Welt sei komplexer geworden. PrioritĂ€t habe es, eine Strommangellage zu verhindern.

Der technologische Wandel und die Digitalisierung mĂŒssten dabei als Chance genutzt werden, sagte Rösti Aber auch hier gebe es Risiken wie etwa die Verwundbarkeit durch Cyberattacken.

Aus Sicht des SBB-Chefs gehören die Cybersicherheit, die AbhĂ€ngigkeit von der Stromproduktion sowie die gegenseitige AbhĂ€ngigkeit der Schienennetze sowie eine “immer komplexere Lieferkette” zu den Risiken fĂŒr den Verkehr.

Ein Ereignis im Ausland könne sich sehr schnell auf die VerkehrsflĂŒsse auswirken, sagte Ducrot gemĂ€ss PrĂ€sentation, die Keystone-SDA vorlag. Lösungen seien etwa der Substanzerhalt, die Redunanz sowie eine bewĂ€hrte und effektive Krisenorganisation.

(text:sda/keystone/sda)