US-Atomdeal auf der Kippe
Für Kurswechsel in letzter Minute ist Donald Trump bekannt. Jetzt verpasst der US-Präsident einem gerade erst verkündeten Atom-Abkommen mit Saudi-Arabien eine überraschende Wendung: Die USA werden den Golfstaat nach Aussagen Trumps nur dann beim Aufbau seines zivilen Atomprogramms unterstützen, wenn das Land seine Beziehungen mit Israel normalisiert. Nur einen Tag nach Verkündung des weitreichenden – und vielfach kritisierten – Abkommens ist damit offen, ob es je umgesetzt wird.
Überraschend teilte Trump mit, der am Mittwoch angekündigte Deal sei „komplett abhängig“ davon, ob Saudi-Arabien den Abraham-Abkommen beitritt. Mit diesen hatten im Jahr 2020 während Trumps erster Amtszeit mehrere arabische Länder die Beziehungen zu Israel normalisiert. Dass Riad diese Forderung Trumps erfüllt, scheint derzeit nicht realistisch, auch wenn es in vergangenen Jahren Gespräche dazu gab.
Saudi-Arabien äusserte sich zunächst nicht zu der offenbar nachträglich gestellten Forderung. Auch die staatsnahen Medien in dem Golfstaat schwiegen dazu. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, solch ein Schritt wäre „ein historischer Schritt nach vorne für den Frieden im Nahen Osten“.
(text:sda/bild:keystone)