22 November 2022

Revidiertes Energiegesetzt fĂĽr den Kanton

Am 1. Januar 2023 treten das revidierte Energiegesetz und die revidierte Energieverordnung in Kraft. Die wichtigsten Ă„nderungen bei Neubauten sind:

  • Gewichtete Gesamtenergieeffizienz: FĂĽr Neubauten wird die gewichtete Gesamtenergieeffizienz (gGEE) eingefĂĽhrt. Bei dieser Energiebilanz zählt nicht mehr allein der Energiebedarf eines Gebäudes. Neu wird auch die Eigenproduktion von Elektrizität und Wärme mitberĂĽcksichtigt, sofern diese aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Mit dieser Gesamtbetrachtung fallen diverse Detailanforderungen weg und der Bewilligungsprozess wird vereinfacht. Damit reduziert sich sowohl fĂĽr die Bauherrschaften wie auch die Gemeinden der administrative Aufwand.
  • Eigenenergienutzung und Solarpflicht: Um die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Neubauten zu erfĂĽllen, ist in der Regel eine eigene Energiegewinnung notwendig – im Normalfall mit einer Solaranlage. Damit wird der dringliche Bundesbeschluss zur Nutzung der Sonnenenergie erfĂĽllt: Bei Neubauten mit einer Gebäudefläche von mehr als 300 m2 muss auf dem Dach oder an der Fassade eine Solaranlage angebracht werden.
  • Elektromobilität: Bei Neubauten ist ein Teil der Parkplätze mit Ladeinfrastruktur fĂĽr Elektrofahrzeuge vorzubereiten oder auszurĂĽsten.

Auch bei bestehenden Gebäuden gibt es Änderungen:

  • Heizungsersatz: Der Ersatz eines Wärmeerzeugers, zum Beispiel eine Ă–l- oder eine Holzheizung, ist neu meldepflichtig. Ist das Gebäude älter als 20 Jahre, gelten beim Ersatz der Heizungen mit einem fossilen Energieträger erhöhte Anforderungen an die Energieeffizienz des Gebäudes, um mindestens den Anforderungen der Energieklasse D des Gebäudeenergieausweises der Kantone (GEAK) zu genĂĽgen. Oder die Bauherrschaft kann eine von zwölf Standard-Sanierungsvarianten mit erneuerbaren Energien und Energieeffizienz wählen.
  • Bestehende zentrale Elektroboiler in Wohnbauten: Diese mĂĽssen innert 15 Jahren ersetzt werden, sofern sie nicht mit eigener Solarenergie betrieben werden.

(text:pd/bild:unsplash)