7 April 2021

Reges Interesse aber keine langen Schlangen f├╝r Selbsttests

Der Aufruf des Apothekerverbands scheint gewirkt zu haben: Der grosse Ansturm auf die Corona-Selbsttests ist am Mittwochmorgen vorerst ausgeblieben. In den Schweizer Apotheken herrschte zwar reger Betrieb, aber es gab keine langen Warteschlangen.

Dass das Interesse an den Selbsttests gross war, zeigte die Reaktion einer Mitarbeiterin in der Apotheke von Rombach AG bei Aarau: Sie f├╝hle sich wie in einer B├Ąckerei, die frische Gipfeli verkaufe, sagte sie einem Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. In Hinterkappelen bei Bern berichtete die Inhaberin der Dorfapotheke, sie habe bis 10 Uhr bereits mehrere hundert S├Ącklein abgegeben.

Vor der Amavita Apotheke in Davos hatte sich eine Warteschlange von Schweizer Touristen gebildet, die l├Ąngere Zeit anhielt, wie eine Apothekerin auf Anfrage sagte. In Ilanz im B├╝ndner Oberland hiess es, fast jeder Apotheken-Kunde habe nach den Tests gefragt. Und bei der Bahnhofsapotheke in Luzern warteten um 7.30 Uhr morgens rund zehn Personen.

Doch die Verantwortlichen hatten sich anscheinend gut auf den Tag vorbereitet, um eine ├ťberlastung zu vermeiden. So zog zum Beispiel ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei der Berner Apotheke Dr. Noyer eine Nummer – und wurde nach knapp einer Minute bedient. Der Apotheker nahm sich Zeit und erkl├Ąrte den nicht ganz simplen Testvorgang Punkt f├╝r Punkt.

Die Berner Kirchenfeld-Apotheke bot sogar eine Online-Anmeldung f├╝r ein F├╝nf-Minuten-Zeitfenster an. Das S├Ącklein wird dann in einem separaten Raum neben der Apotheke abgegeben, so dass sich die Bez├╝ger der Tests nicht mit der ├╝brigen Kundschaft vermischen.

Die Rathaus-Apotheke beim Bahnhof St. Gallen ihrerseits hatte f├╝r Selbsttest-Kunden eigens einen Korridor mit Wegweiser eingerichtet. Dieser wurde aber vorerst kaum genutzt, wie Reporter vor Ort berichteten.

Auch in den Bahnhof-Apotheken in Genf, Aarau und Winterthur und in einigen angefragten Apotheken in Lausanne, Sitten VS, Chur GR und der Bieler Innenstadt BE war die Nachfrage zwar gross, die Selbsttests aber ohne lange Wartezeiten erh├Ąltlich. In der Apotheke Mal├Ę in Bellinzona hiess es sogar: “Es ist ruhig – bis jetzt gibt es keine grosse Nachfrage.”

Von vier Apotheken im Basler Matth├Ąusquartier und der Kleinbasler Altstadt berichtete nur ein Apotheker davon, dass vor der ├ľffnung um 8 Uhr f├╝nf Menschen gewartet h├Ątten. Ein Apotheker vermutete deshalb, dass die Menschen die Aufforderung des Apothekerverbandes geh├Ârt h├Ątten.

Denn Pharmasuisse-Pr├Ąsidentin Martine Ruggli hatte die Bev├Âlkerung bereits Ende M├Ąrz aufgerufen, nicht am ersten Tag die Apotheken zu st├╝rmen. Es sei nicht m├Âglich, auf einen Schlag an einem Tag eine Million Kunden zu bew├Ąltigen. Zwar seien gen├╝gend Tests verf├╝gbar, am Anfang k├Ânne es aber eventuell zu Engp├Ąssen kommen, sagte Ruggli am Ostermontag in der Tagesschau von Fernsehen SRF.

So hiess es zum Beispiel bei der Bahnhof-Apotheke in Aarau, man sei nicht sicher, ob die Selbsttests bis Donnerstag oder Freitag reichen w├╝rden. Und die Hirsch-Apotheke in Solothurn teilte mit, es gebe wohl am Mittwoch bis Ladenschluss nicht f├╝r alle Kundinnen und Kunden gen├╝gend Test-S├Ąckli.

Seit Mittwoch sind in allen Apotheken in der Schweiz Gratis-Selbsttests erh├Ąltlich. Jede Person in der Schweiz hat pro Monat Anspruch auf maximal f├╝nf Tests. Das Ziel des Bundes ist es, dass sich 40 Prozent der Bev├Âlkerung w├Âchentlich testen.

Bis jetzt waren aber erst Schnell- und PCR-Tests zugelassen und diese mussten von Fachpersonen durchgef├╝hrt und in Labors analysiert werden. Mit den Selbsttests hingegen k├Ânnen sich Patienten mittels eines einfachen Nasenst├Ąbchens zuhause selber auf das Coronavirus testen.

(text:sda/bild:unsplash)