14 November 2023

Regenbogenfamilien in Italien vor Gericht

Der Streit um die Anerkennung von Kindern aus sogenannten Regenbogenfamilien besch├Ąftigt in Italien jetzt die Justiz. Vor einem Gericht in Padua begann am Dienstag ein Verfahren, in dem es um die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren geht.

Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt will den rechtlichen Status von insgesamt 33 Kindern ├Ąndern lassen, bei denen in den vergangenen Jahren in der Geburtsurkunde jeweils zwei M├╝tter als Eltern eingetragen wurden. Die Beh├Ârde beruft sich dabei auf eine Anweisung aus dem Innenministerium der Rechtsregierung von Ministerpr├Ąsidentin Giorgia Meloni.

In dem Verfahren ging es am Mittwoch zun├Ąchst um vier Familien mit jeweils zwei M├╝ttern. Vor Beginn kam es vor dem Gerichtsgeb├Ąude zu Protesten. Dort versammelten sich etwa 30 Frauen mit Plakaten wie „Wir sind alle Familie!“ Die Regierung aus drei Rechtsparteien hat sich zum Ziel gesetzt, dem traditionellen Familienbild – Vater, Mutter, Kinder – wieder mehr Geltung zu verschaffen. Meloni ist nach der Trennung von ihrem bisherigen Lebensgef├Ąhrten Andrea Giambruno seit kurzem selbst alleinerziehende Mutter. Sie hat eine Tochter.

In Italien kann eigentlich von Gesetzes wegen in der Geburtsurkunde nur die Frau anerkannt werden, die das Kind zur Welt gebracht hat – also die biologische Mutter. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche Gemeinden, die auch gleichgeschlechtliche Paare, deren Kind durch k├╝nstliche Befruchtung entstand oder von einer Leihmutter ausgetragen wurde, als Eltern registrieren. Meist sind dies Gemeinden, die von der Linken regiert werden. Auch in Padua k├Ânnen sich trotz des Verfahrens weiterhin auch gleichgeschlechtliche Paare eintragen lassen. In den vergangenen Monaten machten vier Paare davon Gebrauch.

(text:sda/bild:pexels-symbolbild)