Regen ändert nichts an Waldbrandgefahr
Die Niederschläge der letzten Stunden haben nichts an der Waldbrandgefahr in der Schweiz geändert. Verbreitet gilt die zweithöchste Warnstufe, in Teilen des Kantons Wallis gar die höchste. Und bereits kündigt Meteoschweiz die nächste Hitzewelle an.
„In der kommenden Woche könnten die Schwellen für eine Hitzewarnung erneut verbreiteter erreicht werden, abhängig von der genauen Position und Ausdehnung des wetterbestimmenden Hochdruckgebiets“, hiess es im Naturgefahrenbulletin des Bundes vom Donnerstag. Grund dafür dürfte ein neues kräftiges Hochdruckgebiet sein, das sich in den kommenden Tagen vom Atlantik bis nach Europa ausdehnt und erneut für heisse Tage sorgt.
Die Waldbrandgefahr dürfte sich damit weiter verschärften. Die Regengüsse vom Mittwoch konnten die Trockenheit nicht besiegen. Durch die enorme Hitzewelle vom Juni ist der Boden derart ausgetrocknet, dass es wie eine Versiegelung wirkt. Folglich kann das Wasser nur in die obersten Schichten eindringen.
Die Waldbrandgefahr bleibt also hoch. Grosse Waldbrandgefahr – also Warnstufe 4 von 5 herrscht in den Kantonen Aargau, Zürich, Luzern, Uri, Glarus und St. Gallen. In Teilen des Wallis gilt Stufen 5.
Die Urner Behörden erliessen derweil am Donnerstag ein Feuerverbot. Weil die Gefahr von Wald- und Flurbränden bestehe, dürfe im Wald und in dessen Nähe kein Feuer entfacht werden, teilte die Sicherheitsdirektion am Donnerstag mit. Auch eingerichtete Feuerstellen und mobile Grills dürften nicht benutzt werden.
Auch mehrere Berner Regierungsstatthalterämter erliessen ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. Betroffen sind der Berner Jura, Biel, das Seeland und der Oberaargau. Das Entfachen von Feuer ist in den betroffenen Gebieten untersagt.
Ausserhalb des Waldgebiets darf nur in befestigten Feuerstellen ein Feuer entfacht werden. Dies unter grösster Vorsicht.
Der Kanton St. Gallen verfügte gar ein Feuerverbot auch bis 200 Meter an Waldränder heran. Bei Verstössen drohten Bussen.
„Trotz des Niederschlags der vergangenen Tage sind die Wälder weiterhin so trocken, dass im ganzen Kanton St. Gallen eine grosse Waldbrandgefahr besteht“, schrieb der Kanton St. Gallen am Donnerstag in einer Mitteilung. Für eine Entschärfung der Lage seien flächendeckende Niederschläge über mehrere Tage erforderlich, schrieb etwa der Kanton Glarus zur gleichen Problematik.
Und im Fürstentum Liechtenstein gelten neu Einschränkungen bei der Wasserentnahme zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen. An einigen Flüssen sind ab sofort keine Wasserentnahmen mehr erlaubt. Auch hier hätten die Regengüsse keine Entspannung gebracht, liessen die Behörden verlauten.
Derweil wurde am Donnerstag ein neuer Tagesrekord in Lugano gemessen. Mit 31.8 Grad sei die höchste je an einem 2. Juli gemessene Temperatur übertroffen worden, schrieb Meteoschweiz.
Der alte Rekord lag bei 31.7 Grad und wurde im Jahr 2025 gemessen. Die Messstation in Lugano liegt auf 273.0 Meter über Meer in einer Ebene.
(text:sda/symbolbild:pixabay)