1 Dezember 2023

Referenzzinssatz steigt erneut

Der Referenzzinssatz fĂŒr Wohnungsmieten ist zum zweiten Mal in diesem Jahr gestiegen. Das Bundesamt fĂŒr Wohnungswesen (BWO) erhöht den hypothekarischen Referenzzinssatz laut einer Mitteilung vom Freitag von 1,50 auf 1,75 Prozent. Viele Mieten dĂŒrften erneut steigen.

Bei der Ermittlung des Referenzsatzes stĂŒtzt sich das BWO auf den vierteljĂ€hrlich erhobenen Durchschnittszinssatz der inlĂ€ndischen Hypothekarforderungen von Schweizer Banken. Dieser ist laut dem BWO im Vergleich zum Vorquartal auf 1,69 von 1,59 Prozent angestiegen. Damit liegt er nun wieder ĂŒber der Schwelle fĂŒr den nĂ€chsten Zinsschritt.

Der Hauptgrund fĂŒr den Anstieg der Mieten ist der Mechanismus des Hypo-Referenzzinssatzes. Weil sich die Hypozinsen im Zuge der Zinswende von ihren historischen TiefststĂ€nden gelöst haben, ist nun auch der Referenzzinssatz gestiegen. Und weil dieser bei der Berechnung auf den am nĂ€chsten liegenden Viertelprozent-Wert auf- oder abgerundet wird, kommt es nun zum Anstieg auf den Wert von 1,75 Prozent.

Anfang Juni dieses Jahres war der Referenzzinssatz erstmals in seiner Geschichte gestiegen. Dies hatte höhere Mieten per Herbst dieses Jahres zur Folge. Und nun steht bereits der nĂ€chste Mietschock bevor. Konkret ist nach der nun beschlossenen Referenzzinssatzerhöhung im FrĂŒhjahr 2024 mit einer nĂ€chsten Runde von Mietzinserhöhungen zu rechnen.

Denn bei einer Anhebung des Referenzzinssatzes um 0,25 Prozentpunkte, dĂŒrfen die Vermieter den Mietzins um 3,0 Prozent anheben – sofern sie die frĂŒheren Senkungen weitergegeben haben. Ein Erhöhungsanspruch besteht konkret, falls der aktuelle Mietzins auf dem bisherigen, seit dem 2. Juni 2023 geltenden Referenzzinssatz von 1,5 Prozent basiert. Falls er gar noch auf dem Ă€lteren von 1,25 Prozent basiert, ergibt sich ein noch grösserer Erhöhungsanspruch.

Zur Erinnerung: Bei EinfĂŒhrung im Jahr 2008 hatte der Satz 3,5 Prozent betragen, danach sank er schrittweise. Laut einer SchĂ€tzung der ZĂŒrcher Kantonalbank basieren derzeit rund 60 Prozent aller MietverhĂ€ltnisse auf dem aktuellen Referenzzinssatz. Der Anteil der Betroffenen ist damit seit der letzten Erhöhung um etwa 10 Prozentpunkte gestiegen.

Immerhin dĂŒrfte es mittelfristig der letzte Anstieg des Referenzzinssatzes gewesen sein, da sind sich von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten einig. Zumindest im Jahr 2024 erwarten sie keine weitere Mietzinserhöhung.

(text:sda/symbolbild:unsplash)