5 Januar 2026

Referendum gegen Sanierung Kunstmuseum Bern zustandegekommen

Das überparteiliche Referendumskomitee «NEIN zum Millionen-Luxusprojekt Eiger», bestehend aus Vetreterinnen und Vertretern der Parteien SVP, EDU und GLP, hat die erforderlichen 10’000 gültigen Unterschriften für das Referendum gegen den vom Grossen Rat beschlossenen Projektierungskredit von 15,7 Millionen Franken für das Kunstmuseum Bern erfolgreich gesammelt, das teilt es am Montag mit. Derzeit laufe der Beglaubigungsprozess in den Gemeinden, bevor die Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht werden.

Die erfolgreiche Unterschriftensammlung zeige klar, dass das Projekt aif breiten Widerstand stosse, so das Referendumskomittee weiter.

Der Sanierungsbedarf beim Kunstmuseum Bern sei unbestritten, der nun geplante Ersatzneubau gehe jedoch weit darüber hinaus. Die prognostizierten Gesamtkosten von bis zu 147 Millionen Franken stünden in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen, heisst es weiter. Allein der Kanton Bern soll davon über 81 Millionen Franken tragen – zusätzlich zu jährlichen Beiträgen an das Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee. Für die Planung sollen die Steuerzahlenden vorab 15,7 Millionen Franken bezahlen, ohne dass eine verbindliche Kostensicherheit besteht, kritisiert das Referendumskomittee. Besonders stossend sei auch die unausgewogene Lastenverteilung: Während der Kanton den Löwenanteil der Kosten tragen soll, beteilige sich die Stadt Bern als Standortgemeinde nicht finanziell am Ersatzneubau. Auch günstigere oder schrittweise Sanierungsvarianten seien nicht unabhängig geprüft worden. Trotz der hohen Investitionssumme fehle zudem ein klarer Plan, wer für Mehrkosten aufkommt, falls die veranschlagten 147 Millionen Franken nicht ausreichen. Es drohe ein Fass ohne Boden.

Kulturelle Ausstrahlung entstehe durch Inhalte, Menschen und kreative Arbeit und nicht durch immer grössere und teurere Bauten, so das Komittee. Der Kanton Bern solle seine Mittel gezielt einsetzen und dort investieren, wo sie langfristig Wirkung entfalten. Mit der erfolgreichen Sammlung der Unterschriften erhalte nun die Bevölkerung das letzte Wort.

(text:pd,csc/bild:zvg)