4 M├Ąrz 2024

Raphael Wicky nicht mehr Trainer der Young Boys

Raphael Wicky ist nicht mehr Trainer der Young Boys. Der 46-J├Ąhrige wurde am Tag nach dem 0:1 gegen den FC Z├╝rich freigestellt. Bis zum Saisonende wird die Mannschaft interimistisch vom bisherigen U21-Trainer Jo├źl Magnin gecoacht.

Wicky f├╝hrte die Young Boys im Vorjahr zum Meistertitel und zum Cupsieg sowie in die Champions League. Auch in dieser Saison stehen die Berner in der Super League nach 26 Runden an der Tabellenspitze, zudem erreichte die Mannschaft ├╝ber die Champions League die K.o.-Phase der Europa League. Doch die Leistungen entsprachen ├╝ber weite Strecken und insbesondere in den letzten Wochen nicht den Erwartungen.

Zuletzt bezog YB in der Super League zum ersten Mal seit 2017 zwei Niederlagen in Folge. Dazu schied die Mannschaft unter der Woche im Cup-Viertelfinal gegen den Challenge-Ligisten Sion aus und war sie in der Europa League gegen Sporting Lissabon krass unterlegen.

Dass sich Wickys Zeit bei den Young Boys dem Ende zuneigt, hatte sich schon vor der j├╝ngsten Baisse abgezeichnet. Der Vertrag des Wallisers w├Ąre im Sommer nach zwei Jahren ausgelaufen und wurde bis zum Zeitpunkt der Freistellung entgegen der ├╝blichen Klubpraxis nicht verl├Ąngert.

Die erhoffte Entwicklung von Mannschaft und Spielern blieb in dieser Saison aus. Von der Souver├Ąnit├Ąt der vergangenen Saison – YB gewann den Titel mit 16 Punkten Vorsprung – war das Team in dieser Spielzeit weit entfernt. Unter den durchwachsenen Auftritten litt auch das Selbstvertrauen. In den letzten Spielen war die Verunsicherung sp├╝rbar, von der individuellen Klasse, die YB nach wie vor von der nationalen Konkurrenz abheben m├╝sste, war nicht mehr viel zu sehen.

Negativ auf die Leistungen auf dem Platz wirkten sich indes auch die Verk├Ąufe von Fabian Rieder, Christian Fassnacht und C├ędric Zesiger im letzten Sommer sowie die Winter-Transfers von Jean-Pierre Nsame und Ulisses Garcia aus. Ebenso die Verletzungen von Loris Benito und Filip Ugrinic.

„Die Trennung von Raphael Wicky schmerzt uns sehr. Aber nach reiflicher ├ťberlegung sind wir zum Schluss gekommen, dass die Situation festgefahren ist und die Mannschaft frische Energie braucht“, liess sich Christoph Spycher, der VR-Delegierte Sport der Young Boys, in der Mitteilung des Klubs zitieren. Sportchef Steve von Bergen befand, die Leistungen der Mannschaft h├Ątten seit einiger Zeit nicht mehr den Erwartungen entsprochen. „Mit den j├╝ngsten Niederlagen in der Meisterschaft und im Cup wurde die Hoffnung kleiner, dass sich die Lage in dieser Konstellation verbessern wird“, so Von Bergen.

Wicky seinerseits r├Ąumte seinen Posten nach aussen hin ohne Groll. Er sei „stolz auf die gemeinsamen Erfolge und „extrem dankbar“ f├╝r die M├Âglichkeit, dass er YB-Trainer habe sein d├╝rfen.

Jo├źl Magnin wird die Mannschaft interimistisch bis zum Saisonende f├╝hren. Der 52-J├Ąhrige war seit 2007 ├╝berwiegend im Nachwuchs der Young Boys t├Ątig. Zwischen 2019 und 2021 arbeitete er ein Jahr lang als Trainer von Neuch├ótel Xamax und eine halbe Saison als Co-Trainer beim FC Z├╝rich. Mit Wicky musste auch sein Assistent Giuseppe Morello den Posten r├Ąumen. An dessen Stelle springt Ausbildungschef G├ęrard Castella ein. Zweiter Assistent ist weiterhin Zoltan Kadar.

(text:sda/bild:keystone)