19 Oktober 2023

Ragettli und Gremaud gehen auf Kugeljagd

Zum dritten Mal er├Âffnen die Ski- und Snowboard-Freestyler am Big Air Festival in Chur ihre Weltcupsaison. F├╝r den B├╝ndner Andri Ragettli und die Freiburgerin Mathilde Gremaud beginnt damit die Kugeljagd.

Gremaud und Ragettli geh├Âren nach wunschgem├Ąss verlaufener Vorbereitung am Freitag bei der Ouvert├╝re der Freeskierinnen und Freeskier zu den Siegesanw├Ąrtern. Tags darauf wollen die Snowboarder nach dem Sieg von Jonas B├Âsiger 2021 und Platz 3 von Nick P├╝nter auch bei der dritten Ausgabe des Anlasses mit einem Podestplatz ├╝berraschen.

F├╝r den Lokalmatador Ragettli, der vor kurzem in den sozialen Medien mit einem seiner Freizeitvideos, einem 50 Meter langen Grind zu Fuss auf einem Strassengel├Ąnder, wieder viral gegangen ist, ist es aufgrund der schwerwiegenden Knieverletzung 2021 erst die zweite Teilnahme am City Event unweit seines Wohnorts in Flims. Nicht nur weil er sich im letzten Jahr um 0,5 Punkte mit dem 4. Platz abfinden musste, will der 25-J├Ąhrige am Freitagabend aufs Podest springen, sondern auch mit Blick auf sein Saisonziel.

Der Slopestyle-Weltmeister von 2021 und mehrfache Goldmedaillen-Gewinner an den X-Games nutzt die wm- und olympiafreie Saison zur Kugeljagd im Weltcup. „Ich will endlich die grosse Kristallkugel f├╝r den Gesamtsieg im Slopestyle und Big Air holen“, sagt er.

Drei kleine Kugeln hat Ragettli im Slopestyle, seiner Paradedisziplin, schon gewonnen. Eine auch im Big Air, auf der grossen Schanze, auf der sein gr├Âsster Konkurrent, der Norweger Birk Ruud, zuletzt den Ton angab. Zweimal hatte Ruud in den letzten beiden Saisons deshalb auch in der Gesamtwertung die Nase vor Ragettli.

Um den zwei Jahre j├╝ngeren Skandinavier in die Schranken zu weisen, braucht es vor allem eines: Konstanz im Slopestyle und im Big Air, in Form von Siegen und Podestpl├Ątzen. „Ich weiss, dass ich in beiden Disziplinen eine gute Performance abliefern muss“, sagt Ragettli, der in Sachen Fitness noch einmal einen Zacken zugelegt hat und zweieinhalb Jahre nach dem Totalschaden im linken Knie bereit f├╝r einen kompletten Winter auf hohem Niveau scheint.

Noch eine Spur gr├Âsser d├╝rften die Siegchancen von Mathilde Gremaud in Chur sein. Die amtierende Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Slopestyle re├╝ssiert in beiden Disziplinen gleichermassen. War sie im Vorjahr nach den Olympischen Spielen in ein mentales Loch gefallen, spr├╝hte die 23-J├Ąhrige in dieser Zwischensaison wieder vor Tatendrang.

Viele Stunden im Gym, zwei neue Tricks im Repertoire – der „Switch Double Cork 1080“ mit Rotation in die entgegengesetzte Richtung und der „Double Cork 540“ mit r├╝ckw├Ąrts anfahren oder landen – und eine neue Skimarke (von Faction zu Fischer) sind das Ergebnis eines produktiven Sommers, der der sechsfachen Weltcupsiegerin zur ersten Kristallkugel im Palmar├Ęs verhelfen soll.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)