30 Januar 2022

Rafael Nadal holt sich nach einer epischen Aufholjagd den Rekord

Rafael Nadal holt am Australian Open in Melbourne dank einem epischen F├╝nfsatzsieg gegen Daniil Medwedew seinen 21. Grand-Slam-Titel. Der Spanier ├╝berholt damit Roger Federer und Novak Djokovic.

Was f├╝r ein Kampf, was f├╝r eine Dramatik, was f├╝r ein Sieger! In einer an Spannung und Spektakel kaum zu ├╝berbietenden Partie kr├Ânte sich Rafael Nadal in der Rod Laver Arena in Melbourne zum erfolgreichsten Spieler der Geschichte – in einer Art und Weise, wie es zur Karriere des Mallorquiners passt. Er ├╝berholte damit Roger Federer und Novak Djokovic, die je 20 der vier wichtigsten Titel gewonnen haben.

Von der Hitze und der Feuchtigkeit gezeichnet drehte der im Juni 36 Jahre alt werdende Nadal eine bereits verloren geglaubte Partie dank einer unglaublichen Willensleistung. Nach knapp f├╝nfeinhalb Stunden Spielzeit verwertete der Spanier nach 01.00 Uhr Ortszeit seinen ersten Matchball mit einem Volley zum 2:6, 6:7 (5:7), 6:4, 6:4, 7:5. Zuvor war er bei 5:4 und eigenem Aufschlag bereits zwei Punkte vom Sieg entfernt gewesen, ehe er noch einmal ein Break kassierte.

Nadal holte damit in seinem sechsten Final in Melbourne zum zweiten Mal nach 2009 den Titel, als er in einer ebenfalls hochstehenden Partie Roger Federer in f├╝nf S├Ątzen bezwungen hatte. 2012 und 2019 gegen Djokovic, 2014 gegen Stan Wawrinka und 2017 gegen Federer hatte der Spanier im Final jeweils den K├╝rzeren gezogen. Nadal ist damit erst der vierte Spieler, der jedes der vier Grand-Slam-Turniere mindestens zweimal gewonnen hat.

Dass Nadal noch einmal den Weg zur├╝ck in die Partie fand, lag neben seinem unglaublichen Kampfgeist auch an Medwedew. Mit der 2:0-Satzf├╝hrung im R├╝cken vergab der Russe zu Beginn des dritten Durchgangs drei Breakb├Ąlle in Serie und damit eine m├Âgliche Vorentscheidung. Danach k├Ąmpfte er immer wieder mit den eigenen Nerven, legte sich einige Male mit dem Publikum an und traf ungew├Âhnlich viele falsche Entscheide. Immer wieder streute er Stoppb├Ąlle ein, die fast durchgehend nicht vom Erfolg gekr├Ânt waren.

Obwohl sich Medwedew im f├╝nften Satz auffing, schaffte er die Wende nicht mehr – auch, weil er bei 5:5 und eigenem Aufschlag wieder nachliess. Er verpasste damit den zweiten Grand-Slam-Titel nach seinem Erfolg am US Open im September. In Melbourne hatte er bereits vor einem Jahr nach dem Final und der Niederlage gegen Djokovic den Platz als Verlierer verlassen. Damit ist klar, dass Djokovic bis auf Weiteres die Nummer 1 im ATP-Ranking bleibt. Bei einem Sieg h├Ątte der Russe den Serben Mitte Februar abl├Âsen k├Ânnen.

Dank dem epischen M├Ąnner-Final und dem Sieg Ashleigh Bartys bei den Frauen fand das Turnier einen vers├Âhnlichen Abschluss. Der von vielen als „Happy Slam“ bezeichnete Event im Melbourne Park stand im dritten Jahr in Folge unter einem schlechten Stern. 2020 w├╝teten verheerende Waldbr├Ąnde im ganzen Land, 2021 warf die Corona-Pandemie ihre Schatten auf das Turnier, ehe in diesem Jahr die uns├Ągliche Posse um die letztlich verhinderte Einreise von Titelverteidiger Novak Djokovic kein gutes Licht auf die Organisatoren und die australische Politik warf.

(text&bild:sda)