9 September 2022

“London Bridge is Down” – Queen Elizabeth II ist tot

Die britische K√∂nigin Elizabeth II. ist tot. Wie der Palast mitteilte, starb die Queen am Donnerstag im Alter von 96 Jahren friedlich auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral. Elizabeth II. war l√§nger als jeder andere britische Monarch vor ihr auf dem Thron. Sie war Staatsoberhaupt von Grossbritannien und Nordirland und mehr als einem Dutzend weiterer Staaten, darunter Kanada, Neuseeland und Australien. Mit ihrem Tod geht eine √Ąra zu Ende.

Beerbt wird Elizabeth II. von ihrem Sohn Charles (73). Queen-Enkel Prinz William (40) r√ľckt zum Thronfolger auf. Nummer zwei in der Thronfolge ist nun der 9-j√§hrige Prinz George.

Obwohl die britische Monarchin √ľber keine politische Macht verf√ľgte, galt sie als eine der bedeutendsten Pers√∂nlichkeiten unserer Zeit. Mit unbedingtem Pflichtbewusstsein und Best√§ndigkeit f√ľhrte sie das Land durch grosse Ver√§nderungen hindurch.

Als sie 1952 K√∂nigin wurde, war Grossbritannien noch eine Kolonialmacht. 1997 wurde als letzte gr√∂ssere Kolonie Hongkong an China √ľbergeben. Durch den Commonwealth pflegte die Queen sp√§ter weiterhin den Kontakt zu den ehemaligen Kolonien.

Schon als 13-J√§hrige hatte Elizabeth sich in den schneidigen Philip Mountbatten verliebt. Der griechische Prinz aus einem d√§nisch-deutschen Adelshaus war zeitlebens ihre grosse St√ľtze. Die Ehe w√§hrte bis zu Philips Tod im April 2021 im Alter von 99 Jahren.

In der Familie der K√∂nigin gab es immer wieder Krisen und Trag√∂dien. Dazu z√§hlten der Unfalltod ihrer Ex-Schwiegertochter Prinzessin Diana, aber auch die Vorw√ľrfe im Missbrauchsskandal gegen ihren Sohn Andrew und der R√ľckzug des Enkels Prinz Harry von seinen royalen Pflichten. Die Queen ertrug alles mit stoischer Ruhe.

Ihre grosse Leidenschaft galt Hunden – ihren Corgis – und Pferden. Noch bis ins hohe Alter stieg sie in den Sattel. Dabei verzichtete sie auf einen sch√ľtzenden Reiterhelm und bevorzugte stattdessen ein Kopftuch.

Aus politischen Angelegenheiten hielt sich die Monarchin stets heraus. Auch zum Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union (Brexit) äusserte sich die Queen nicht.

Sie absolvierte Hunderte Auslandsreisen, auch mehrere nach Deutschland. Zuletzt besuchte sie die Bundesrepublik bei einem Staatsbesuch 2015. Zu ihren Stationen gehörten Berlin, Frankfurt am Main und das ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Als wichtigste Reise gilt ihr Besuch in Irland 2011. Sie wurde als Versöhnungsgeste gefeiert. Zuletzt hatte ein britisches Staatsoberhaupt Dublin vor der Unabhängigkeit des Landes von Grossbritannien im Jahr 1911 besucht.

Schon vor Jahren wurde minutiös geplant, was nach dem Tod der Queen passieren soll. Nach Angaben der Vereinigung der Auslandspresse in Grossbritannien soll voraussichtlich zehn Tage nach dem Tod ein Staatsbegräbnis stattfinden.

(text:sda/bild:keystone)