29 August 2022

Qualit├Ąt in Schweizer Pflegeheimen hat sich stark verbessert

Die meisten Pflegeheime in der Schweiz haben ihre Qualit├Ąt in den vergangenen Jahren massiv verbessert. Laut dem Berner Experten Alfred Gebert erfolgt die Pflegeplanung heute professioneller als fr├╝her.

Heute esse man in nahezu allen Heimen gut, in einigen sogar sehr gut, sagte Gebert in einem Interview mit der „Berner Zeitung“ und dem „Bund“. Auch die pflegerische Betreuung sei eindeutig besser geworden. Fr├╝her zum Beispiel seien die Schlafens- und Essenszeiten streng geregelt gewesen. Heute werde dies flexibler gehandhabt.

Er w├╝rde sich jedoch w├╝nschen, dass die Heime sich nicht nur strikt an die Pflegeplanung halten, sondern einzelne F├Ąlle individueller beurteilten. Bei den Dauerthemen Schmerzen und Depressionen habe es Nachbesserungen gegeben, sagte Gebert, der vor 20 Jahren Mitverfasser eines Buches ├╝ber Qualit├Ąt in Pflegeheimen war.

Das Pflegepersonal sei sehr auf Schmerzerkennung sensibilisiert. Einige Bewohnende seien auf der h├Âchsten Medikationsstufe. Aber es sollte mehr der Frage nachgegangen werden, ob sich psychosomatische Symptome anders als mit Schmerzmitteln bek├Ąmpfen liessen.

Gebert nahm auch Stellung zum Personalmangel in den Pflegeberufen. Eine Teil der Angestellten bem├╝he sich, neben all der anderen Arbeit, den Heimbewohnerinnen und -bewohnern Spazierg├Ąnge zu erm├Âglichen. Einen Teil deckten freiwillige Helferinnen ab – meist Frauen. Seine Bem├╝hungen, mehr M├Ąnner daf├╝r zu motivieren, seien gescheitert.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)