9 Februar 2024

Russland hat kein Interesse an Einmarsch in Polen

Nach Angaben des russischen Pr├Ąsidenten Wladimir Putin steht ein Einmarsch Russlands in die Nato-Staaten Polen und Lettland im Grunde „komplett ausser Frage“ – mit einer Ausnahme. Auf die Frage, ob er sich ein Szenario vorstellen k├Ânne, in dem er russische Truppen nach Polen schicken w├╝rde, entgegnete Putin in einem am Donnerstagabend zur besten Sendezeit in den USA ausgestrahlten Interview: „Nur in einem Fall: wenn Polen Russland angreift.“ Russland habe kein Interesse an Polen, Lettland oder anderen L├Ąndern, sagte Putin. „Warum sollten wir das tun? Wir haben einfach kein Interesse.“ Es widerspreche dem gesunden Menschenverstand, sich auf „eine Art globalen Krieg“ einzulassen, so Putin weiter. Den Nato-Staaten warf er vor, die eigene Bev├Âlkerung mit dem Vorgaukeln einer „imagin├Ąren russischen Bedrohung“ einzusch├╝chtern.

Der rechte US-Talkmaster Tucker Carlson hatte das Gespr├Ąch mit dem Kremlchef bereits am Dienstag in Moskau gef├╝hrt. Das 127 Minuten lange Interview erschien in der deutschen Nacht zu Freitag auf Carlsons Webseite und der Plattform X, vormals Twitter. Es ist das erste ausf├╝hrliche Gespr├Ąch Putins mit einem US-Interviewer seit Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine vor fast zwei Jahren. Carlson hatte das Interview zuvor als grosses Medienereignis angek├╝ndigt.

Auf Nachfrage mahnte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, dass nichts, was in dem Interview gesagt wurde, f├╝r bare M├╝nze zu nehmen sei. „Erinnern Sie sich daran, Sie h├Âren Wladimir Putin zu“, sagte er am Donnerstag in Washington.

Der 54-j├Ąhrige Carlson ist f├╝r die Verbreitung von Verschw├Ârungstheorien bekannt und wurde im vergangenen Jahr vom erzkonservativen US-Sender Fox News entlassen, ohne dass damals Gr├╝nde f├╝r den Rausschmiss genannt wurden. Er hatte dort jahrelang eine quotenstarke Abendsendung moderiert. Diese nutzte Carlson dazu, um Verschw├Ârungstheorien und Falschmeldungen zu verbreiten, die Demokratische Partei zu attackieren und gegen Minderheiten zu hetzen. Kurz danach startete er eine eigene Show auf X.

(text:sda/bild:pixabay)