5 April 2023

Putin kritisiert EU und USA bei Treffen mit Botschaftern

Kremlchef Wladimir Putin hat in Moskau die neuen Botschafter der EU und der USA getroffen und dem Westen eine geopolitische Konfrontation mit Russland vorgeworfen.

Die EU habe diese Konfrontation inszeniert und ihre Mission einer „Entwicklung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Integration auf dem EuropĂ€ischen Kontinent“ hinter sich gelassen, sagte Putin am Mittwoch bei einer Zeremonie zur AmtseinfĂŒhrung der neuen Botschafter.

Den USA warf Putin vor, den Konflikt in der Ukraine durch eine Revolution entfacht zu haben. Zugleich sprach er von einer grundsÀtzlichen Bereitschaft Russlands zum Dialog mit allen Staaten und zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Russlands MilitÀr ist vor gut einem Jahr auf Putins Befehl hin in die Ukraine einmarschiert.

Die neue US-Botschafterin in Moskau ist Lynne Tracy, die Putins AusfĂŒhrungen mit starrem Blick folgte. „Die Beziehungen Russlands und der USA, von denen direkt die globale Sicherheit und StabilitĂ€t abhĂ€ngen, durchleben leider eine tiefe Krise“, sagte Putin vor den 17 Diplomaten, darunter auch der neue EU-Botschafter Roland Galharague aus Frankreich. Der PrĂ€sident stand in grosser Entfernung und begrĂŒndete das mit weiter geltenden Hygienebestimmungen im Zuge der Corona-Pandemie. Dabei hatte der 70-JĂ€hrige zuletzt StaatsgĂ€ste umarmt oder ihnen lange die Hand geschĂŒttelt.

In seiner Rede Ă€usserte Putin einmal mehr auch die Hoffnung, dass DĂ€nemark dem russischen Vorschlag zustimmen werde, eine internationale Kommission zur Untersuchung der AnschlĂ€ge gegen die Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 zu bilden. Explosionen hatten in den von Russland nach Deutschland verlegten Gasleitungen im September Löcher gerissen. Putin hatte die USA fĂŒr den „Terroranschlag“ verantwortlich gemacht. Die USA weisen die Anschuldigungen zurĂŒck.

(text:sda/bild:pixabay-symbolbild)