6 MĂ€rz 2022

ProNatura Berner Oberland wehrt sich gegen Lichtprojektionen

Zum chinesischen Jahr des Tigers hatte der Schweizer LichtkĂŒnstler Gerry Hofstetter anfangs Februar 2022 mit UnterstĂŒtzung von Grindelwald Tourismus, der Gemeinde Grindelwald und MĂ€zenen einen Tiger an die Eigernordwand projiziert. Nur etwa zwei Wochen spĂ€ter am 22.02.2022 um 22 Uhr liess Gerry Hofstetter in Zusammenarbeit mit der Schweizer Techfirma Cosmiq Universe einen Avatar namens Aya Stellar an Eiger, Mönch und Jungfrau projizieren. Bereits im Februar 2021 hatte Gerry Hofstetter aus Anlass der NASA-Marsmission „Perseverance“ einen Astronauten ans Dreigestirn projizieren lassen.

GemĂ€ss Art. 51 Abs. 3 des kantonalen Energiegesetzes (KEnG) sind Beleuchtungen, die himmelwĂ€rts strahlen oder die Landschaft beleuchten im Kanton Bern verboten. Die Gemeinde kann aus wichtigen GrĂŒnden befristete Ausnahmen bewilligen. Lichtemissionen, welche von Anlagen in die Umwelt gelangen, fallen unter das Umweltschutzgesetz (USG). Beleuchtungsanlagen unterliegen dem Vorsorgeprinzip und dĂŒrfen zu keinen schĂ€dlichen oder lĂ€stigen Auswirkungen fĂŒhren. Wenn schĂŒtzenswerte NaturrĂ€ume oder Habitate von lichtempfindlichen Arten betroffen sind, sind auch die Vorgaben des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG), des Jagdgesetzes (JSG) und des Bundesgesetzes ĂŒber die Fischerei (BGF) einzuhalten.

Pro Natura Berner Oberland verurteilt die Beleuchtungen an Eiger, Mönch und Jungfrau aufs SchĂ€rfste. Die durch solche Lichtprojektionen verursachte Lichtverschmutzung stellt eine Bedrohung fĂŒr die Tier- und Pflanzenwelt im Alpenraum dar. Die Berner Hochalpen sind ein Objekt des Bundesinventars der Landschaften und NaturdenkmĂ€ler von nationaler Bedeutung (BLN), somit sind Eiger, Mönch und Jungfrau ungeschmĂ€lert zu erhalten und verdienen grösstmögliche Schonung.

Wir fordern von den zustÀndigen Behörden:

  1. Skybeamer und Landschaftsbeleuchtungen sind nicht zu bewilligen (Art. 51 Abs. 3 KEnG).
  2. Lichtemissionen, welche von Anlagen ausgehen, sind an der Quelle zu begrenzen. Sie dĂŒrfen zu keinen schĂ€dlichen oder lĂ€stigen Auswirkungen fĂŒhren (USG).
  3. SchĂŒtzenswerte NaturrĂ€ume und Habitate von lichtempfindlichen Arten wie die Berner Hochalpen sind vor Lichtimmissionen zu schĂŒtzen. Die rechtlichen Grundlagen (NHG, JSG und BGF) sind einzuhalten.

(text:pd/bild:zvg)