27 Februar 2026

Projekt Kettenfähre Scherzligen-Schadau in Thun wartet auf grünes Licht vom Bund

Der Verein Panorama-Rundweg Thunersee hat die Idee einer modernen, behindertengerechten und nachhaltig betriebenen Fährverbindung in den letzten Jahren vorangetrieben und ein Plangenehmigungsverfahren (PGV) sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht. Die Planauflage erfolgt im November und Dezember 2025. Kann das Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden und stellt das Amt eine Konzession aus, so soll die Fähre gebaut und der Betrieb zeitnah aufgenommen werden.

Ihre Vorteile liegen auf der Hand. Die Kettenfähre zieht sich praktisch lautlos an einer Kette von Ufer zu Ufer. Grössere bauliche Massnahmen sind nicht notwendig. Der Uferschutz kann gewährleistet werden. Fauna und Flora werden nicht tangiert und auch das Lichtphänomen der Scherzligkirche wird nicht beeinträchtigt. Um dies zu garantieren, wurde extra eine externe Studie in Auftrag gegeben.

Die Kettenfähre läuft zwei Stege an, welche in die Aare reichen und das Niveau des Wasserstandes ausgleichen. Dadurch gelangt man zu Fuss, mit dem Velo, dem Kinderwagen oder dem Rollstuhl einfach und rasch auf die Fähre. Wendemanöver entfallen, da die Fähre sowohl von der Vor- wie auch der Rückseite zugänglich ist. Die Kette sinkt auf den Flussboden und behindert den Schiffsbetrieb sowie den Freizeitverkehr auf der Aare nicht.

Das Projekt ist visionär und in der Schweiz einzigartig. Es gibt noch keine Fähre, welche an einer Kette ein Gewässer kreuzt. Doch die diversen Vorzüge liegen auf der Hand und so ist es durchaus denkbar, dass das Modell zukünftig auch in anderen Regionen der Schweiz zum Einsatz kommen wird. In Thun wird die Fähre eine Lücke im Langsamverkehrsnetz schliessen und dadurch mithelfen, die verkehrstechnisch chronisch verstopfte Altstadt zu entlasten.

(text:pd/bild:zvg verein panorama-rundweg thunersee)