17 August 2026

Polizeikorps erreicht Sollbestand

Die Kantonspolizei Bern hat ihren personellen Sollbestand seit längerem wieder erreicht und das inklusive der laufenden Aufstockung des Korpsbestandes. Dies ist unter anderem dank einer intensiveren Rekrutierung und Weiterentwicklung des Ausbildungsangebots sowie allgemein erhöhtem Interesse an der Polizeiarbeit gelungen. Doch die anhaltend hohe Belastung und die wachsenden Anforderungen an die Polizeiarbeit zeigen, dass die Aufstockung weitergeführt werden muss.

Seit einigen Jahren wies die Kantonspolizei Bern einen personellen Unterbestand auf. Der effektive Bestand an Mitarbeitenden lag während dieser Zeit stets unter dem vorgesehenen Sollwert. Nun konnten erstmals wieder alle offenen Stellen besetzt werden. Darin inbegriffen sind die Stellen der Personalaufstockung der letzten Jahre, die der Grosse Rat bewilligt hat.

Verbesserungen bei Rekrutierung und Ausbildungsangebot und gestiegenes Interesse an Polizeiarbeit

Der Vollbestand wurde unter anderem dank intensivierten Bemühungen in der Rekrutierung und einem gezielten Wandel im Ausbildungsangebot erreicht. Mit dem neuen Berufsbild der Polizeilichen Fallbearbeiterin / des Polizeilichen Fallbearbeiters sowie der schweizweit einzigartigen Möglichkeit, die Polizeiausbildung in Teilzeit zu absolvieren, hat die Kantonspolizei Bern gezielt neue Einstiegsmöglichkeiten zum Polizeiberuf geschaffen, die Anklang gefunden haben. Zusätzlich hat sie ihre Auftritte an öffentlichen Anlässen wie Messen und Informationsveranstaltungen ausgebaut. Mit den geopolitischen Herausforderungen und den schon breiten Einsatzmöglichkeiten (Cyber, Drohnen, Prävention, Kripo etc.) ist auch das Interesse an der Arbeit bei der Polizei gestiegen. Die personellen Lücken konnten nun schrittweise geschlossen werden.

Wachsende Aufgaben, neue Herausforderungen

Dennoch bleiben die Herausforderungen für die Kantonspolizei Bern gross. Die sicherheitspolitische Lage hat sich in den vergangenen Jahren markant verändert und die Erwartungen der Bevölkerung an die Polizei sind stetig gewachsen. Mit dem Bevölkerungswachstum steigt die Zahl der Straftaten und Einsätze. Gleichzeitig sind neue, zunehmend spezialisierte Aufgaben hinzugekommen, etwa in den Bereichen Cyberkriminalität, organisierte Kriminalität, Terrorismusbekämpfung und Drohnenabwehr sowie Prävention (Mobbing, Sexting etc.) z.B. an Schulen. Daneben gehören unter anderem die Bewältigung zahlreicher Kundgebungen, der geopolitisch bedingt verstärkte Schutz von Botschaften, die Sicherheitseinsätze bei Staatsbesuchen und Konferenzen (Davos, Genf, Bürgenstock etc.) sowie die Polizeieinsätze bei vielen Spielen in der höchsten Fussball- bzw. Eishockeyliga zu den ständigen Aufgaben der Kantonspolizei Bern.

Eine weitere personelle Verstärkung ist vor diesem Hintergrund zwingend notwendig. Der Kanton Bern weist im schweizweiten Vergleich weiterhin eine unterdurchschnittliche Polizeidichte auf (siehe KKPKS, Polizeibestände 2026). Der Personalaufstockung bei der Kantonspolizei Bern ist umso wichtiger, als es im Kanton Bern keine Regional- und Gemeindepolizeien wie in anderen Kantonen gibt.

Zwischenbericht im Herbst

Der Regierungsrat wird noch diesen Herbst einen Zwischenbericht zur Personalaufstockung vorlegen und einen Ausblick auf die weiteren Ausbauetappen geben. Das Festhalten am personellen Aufbau ist nach wie vor dringend notwendig: Nur mit genügend Personal kann sichergestellt werden, dass die Kantonspolizei Bern ihren gesetzlichen Auftrag auch unter veränderten Bedingungen zuverlässig erfüllen kann.

(text:pd/bild:pixabay)