21 September 2021

Parmelin ruft an der Uno zu SolidaritÀt statt Protektionismus auf

Der Schweizer BundesprÀsident Guy Parmelin hat vor der Uno-Generalversammlung die Staaten zu SolidaritÀt statt Protektionismus und zur KlimaneutralitÀt bis 2050 aufgerufen. Die Covid-19-Pandemie bezeichnete er als menschliche, soziale und wirtschaftliche Katastrophe.

“Die Pandemie hat bestehende protektionistische Tendenzen verstĂ€rkt und die Herausforderungen fĂŒr die WiderstandsfĂ€higkeit der globalen Produktions- und Lieferketten aufgezeigt”, sagte Parmelin in seiner Rede in New York am Dienstagnachmittag (Ortszeit). Protektionistische Massnahmen wĂŒrden die Erholung der Weltwirtschaft gefĂ€hrden.

Um die Pandemie zu besiegen mĂŒsse dafĂŒr gesorgt werden, dass die Impfung allen zugĂ€nglich sei, sagte der Wirtschaftsminister. Die Schweiz setze sich fĂŒr einen gerechten und erschwinglichen Zugang zu Impfstoffen, Behandlungen und Diagnostika ein.

Die Eidgenossenschaft beteilige sich an der sogenannten Vaccine Alliance und unterstĂŒtze die “Covax Amc”-Initiative fĂŒr LĂ€nder mit niedrigem und mittlerem Einkommen mit 155 Millionen US-Dollar (145 Millionen Franken).

Um auf kĂŒnftige Krisen vorbereitet zu sein, mĂŒsse die Welt SolidaritĂ€t zeigen. “Der Zugang zu Wissen und Know-how, insbesondere fĂŒr Frauen und MĂ€dchen, ermöglicht es uns, unsere Zukunft zu antizipieren und vorzubereiten”, sagte der BundesprĂ€sident.

Er betonte den Beitrag der Wissenschaft, die zukĂŒnftige Bedrohungen identifizieren könne und Informationen und Daten zur Lösung von Krisen zur VerfĂŒgung stelle. Die ordnungsgemĂ€sse Verwaltung dieser Daten sei von grösster Bedeutung. Die Schweiz sei deshalb stolz darauf, im Oktober das nĂ€chste Uno-Weltdatenforum in Bern auszurichten.

“Lassen Sie uns fĂŒr einen regelbasierten Multilateralismus eintreten”, rief Parmelin den in New York versammelten Staatsleuten zu. Die Schweiz setze sich fĂŒr eine effektive und effiziente Uno ein und unterstĂŒtze Reformen zur KonfliktprĂ€vention, zur StĂ€rkung des Uno-Entwicklungssystems und zur Modernisierung von Managementmethoden.

“Zwanzig Jahre nach unserem Beitritt zur Uno sind wir bereit, einen Beitrag zur Arbeit des Sicherheitsrats fĂŒr den Zeitraum 2023/24 zu leisten”, versprach Parmelin. Die Schweiz stellt sich im Juni 2022 zur Wahl, Gegenkandidaten treten voraussichtlich keine an.

Dass sich das Klima durch den Einfluss des Menschen verĂ€ndere, sei eine Tatsache, sagte Parmelin. Auch die biologische Vielfalt auf der Erde werde durch menschliches Handeln gefĂ€hrdet. “Ich fordere alle LĂ€nder auf, bis spĂ€testens 2050 KlimaneutralitĂ€t anzustreben und ambitionierte Klimaziele fĂŒr 2030 vorzulegen”, sagte Parmelin.

Sorgen machten Parmelin auch die zunehmenden MachtrivalitĂ€ten. Auf fast allen Kontinenten komme es zu bewaffneten Konflikten. “Das humanitĂ€re Völkerrecht und die Menschenrechte werden tagtĂ€glich verletzt, wodurch bereits heute die Saat fĂŒr die Konflikte von morgen gelegt wird”, erklĂ€rte der BundesprĂ€sident.

Parmelin vertritt zusammen mit Aussenminister Ignazio Cassis die Schweiz noch bis am Mittwoch an der Uno-Generalversammlung in New York. Neben verschiedenen bilateralen Treffen steht fĂŒr Parmelin auch eine Gipfel zu nachhaltigen ErnĂ€hrungssystemen an.

(text:sda/bild:keystone)