13 Juni 2022

Parmelin: „Grad weniger heizen, kann Verbrauch schon stark senken“

Wirtschaftsminister Guy Parmelin (SVP) sieht die Schweiz auf eine allf├Ąllige Gas- und Stromknappheit gut vorbereitet. Im Interview mit der „Neuen Z├╝rcher Zeitung“ (NZZ) vom Montag hat er m├Âgliche Sparmassnahmen umrissen.

K├Ąme nicht mehr gen├╝gend Gas in die Schweiz, w├╝rden erst Sparappelle an die Bev├Âlkerung gerichtet werden. „Ein Grad weniger heizen, kann den Verbrauch schon stark senken“, sagte Parmelin der NZZ. Dazu w├╝rden Unternehmen nach M├Âglichkeit angewiesen, f├╝r den Energiebezug auf ├ľl umzusteigen. Bei Bedarf w├╝rde das ├ľl-Pflichtlager daf├╝r freigegeben werden.

Reichten diese Massnahmen nicht aus, m├╝sste das Gas f├╝r die Grossverbraucher kontingentiert werden. „Dies h├Ątte in jedem Fall gravierende wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen“, sagte der Wirtschaftsminister. K├Ąme zeitgleich ein Strommangel hinzu, etwa durch den Ausfall eines Atomkraftwerks, w├Ąre dies „tats├Ąchlich eine grosse Herausforderung“. Im Gegensatz zum Gas sei die Schweiz beim Strom allerdings nicht komplett vom Ausland abh├Ąngig.

Die Schweiz verf├╝gt beim Erdgas weder ├╝ber eigene Vorkommen noch ├╝ber gr├Âssere inl├Ąndische Speicherkapazit├Ąten. Der Erdgasverbrauch wird zu hundert Prozent durch Importe gedeckt. Der Bundesrat verpflichtete die Gasbranche, Speicherkapazit├Ąten in den Nachbarl├Ąndern und Optionen f├╝r zus├Ątzliche Gaslieferungen zu sichern.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)