4 April 2021

Parmelin dämpft Hoffnung auf Corona-Lockerungen

Bundespr√§sident Guy Parmelin d√§mpft die Hoffnungen auf rasche und grosse Lockerungen der Corona-Massnahmen. Die Entwicklung der Pandemie im Ausland und in der Schweiz liessen wenig Spielraum, sagte Parmelin in einem Interview mit der „SonntagsZeitung“.

Mit Lockerungen f√ľr private Treffen habe der Bundesrat einen Schritt getan. Mit Besuchen von Restaurants und anderen Veranstaltungen m√ľsse die Schweiz noch zuwarten. Er verstehe die Ungeduld und den Unmut in der Bev√∂lkerung.

Und er sehe, dass die Landesregierung vielen Leuten kaum eine Perspektive geben k√∂nne, weil das Virus dominiere. Er hoffe, dass die Bev√∂lkerung ruhig und geduldig bleibe. M√ľhe mache ihm, dass das Gespr√§chsklima immer ruppiger und kompromissloser werde. Ausschreitungen wie etwa in St. Gallen verurteile er scharf.

„Ich appelliere an alle, dass sie die Disziplin, die sie bis jetzt gezeigt haben, beibehalten. Wir m√ľssen uns jetzt noch einmal zusammenreissen. Aber wir k√∂nnen auch darauf vertrauen, dass sich die Lage mit den voranschreitenden Impfungen stabilisieren wird und mit dem Sommer eine gewisse Normalit√§t einkehrt“, sagte Parmelin.

Auf die Frage, was er vom Vorschlag halte, wenn nur negativ getestete Personen an gr√∂sseren Anl√§ssen teilnehmen k√∂nnten, sagte der Bundespr√§sident, das sei eine interessante M√∂glichkeit. Der Bundesrat solle das f√ľr einen n√§chsten √Ėffnungsschritt pr√ľfen.

Im √ľbrigen pl√§diert Parmelin f√ľr eine engere Kooperation in Europa. Zusammen mit seinen Amtskollegen Bruno Le Maire in Frankreich und Peter Altmaier in Deutschland habe er die Idee einer st√§rkeren Zusammenarbeit diskutiert.

Die Schweiz k√∂nne zum Beispiel mithelfen, in Europa eine breit abgest√ľtzte Impfindustrie aufzubauen. Die Schweiz habe jedenfalls gute Voraussetzungen, hier eine Schl√ľsselrolle zu spielen. Es brauche offene M√§rkte und eine Koordination in Europa.

(text&bild:sda)