3 MĂ€rz 2021

Parlament will Statistiken des Bundes genderspezifischer machen

Der Bundesrat muss dafĂŒr sorgen, dass alle massgeblichen Statistiken und Studien des Bundes nach Geschlechtern aufgeschlĂŒsselt sind. Auswirkungen von Situationen auf die Geschlechter sollen untersucht und dargestellt werden. Das fordert das Parlament.

Nach dem StĂ€nderat hat am Mittwoch auch der Nationalrat eine Motion von StĂ€nderĂ€tin Eva Herzog (SP/BS) angenommen – mit 115 zu 69 Stimmen bei 5 Enthaltungen. Der Vorstoss gilt damit als ĂŒberwiesen.

MotionĂ€rin Herzog hatte als Beispiel Erhebungen zur Jugendarbeitslosigkeit genannt oder zur Kurzarbeit in der Corona-Krise. Die Folgen davon fĂŒr Frauen und MĂ€nner könnten unterschiedlich sein. Eine umfassende Datenbasis sei ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung.

Der Bundesrat war gegen die Motion. Innenminister Alain Berset rĂ€umte zwar ein, dass die Situation fĂŒr Frauen und MĂ€nner nicht immer dieselbe sei, nicht zuletzt in der Corona-Krise. Sei die Frage relevant, werde schon heute in Studien des Bundes eine AufschlĂŒsselung nach Geschlecht vorgenommen.

Berset sicherte ausserdem zu, im Rahmen der Nationalen Strategie fĂŒr die Gleichstellung einen Leitfaden fĂŒr Studien auszuarbeiten. Trotz VerstĂ€ndnis fĂŒr die Motion: Die geforderte AufschlĂŒsselung in “allen massgeblichen Studien” gehe zu weit.

Das sahen im Nationalrat nur die SVP-Fraktion und ein Teil der FDP-Fraktion so. Die Mehrheit war der Auffassung, dass es heute in gewissen Bereichen LĂŒcken bei der Datenerhebung und -aufbereitung gebe.

(SDA/Bild: Unsplash)