2 April 2022

Papst verurteilt Ukraine-Krieg ohne direkte Kritik an Putin

Papst Franziskus hat den Krieg in der Ukraine verurteilt, direkte Kritik an Russland aber vermieden. Zum Auftakt eines Besuchs in Malta sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag in der Hauptstadt Valletta, aus dem Osten Europas sei die „Finsternis des Krieges“ gekommen. Wieder einmal schĂŒrten „einige wenige MĂ€chtige“ Konflikte. Der 85-JĂ€hrige nannte jedoch – wie schon bei frĂŒheren Gelegenheiten – weder Russland noch dessen PrĂ€sidenten Wladimir Putin beim Namen.

„Wir dachten, dass Invasionen aus anderen LĂ€ndern, brutale StrassenkĂ€mpfe und atomare Bedrohungen dunkle Erinnerungen an eine ferne Vergangenheit seien“, sagte der Argentinier in seiner Ansprache vor Diplomaten. „Doch der frostige Wind des Krieges, der nur Tod, Zerstörung und Hass mit sich bringt, ist anmassend ĂŒber das Leben vieler und die Tage aller hereingebrochen.“ Es sei traurig zu sehen, wie einige wenige MĂ€chtige auf der Suche nach Raum und Einflusszonen voranschritten.

Franziskus landete am Samstag zu eine zweitĂ€gigen Aufenthalt auf der Mittelmeerinsel, dem kleinsten Land der EU. Dabei ist auch der Umgang mit FlĂŒchtlingen ein grosses Thema. „Die Ausweitung der Notsituation der Migration – man denke nur an die FlĂŒchtlinge aus der gepeinigten Ukraine – verlangt nach umfassenden, gemeinsamen Antworten“, sagte der Papst. „Es ist nicht möglich, dass einige LĂ€nder das gesamte Problem aufbĂŒrden, wĂ€hrend die anderen LĂ€nder in der GleichgĂŒltigkeit verharren.“

Vor seinem Abflug hatte Franziskus in Rom mehrere Familien getroffen, die aus der Ukraine nach Italien geflĂŒchtet sind. Auf dem Flug nach Malta bestĂ€tigte er, dass es Überlegungen fĂŒr einen Besuch in Kiew gibt. Auf die entsprechende Frage eines mitreisenden Journalisten antwortete er: „Ja, das liegt auf dem Tisch.“

(text:sda/bild:unsplash)