29 April 2023

Papst trifft Arme und Fl├╝chtlinge: Froh, hier unter euch zu sein

Papst Franziskus hat am zweiten Tag seines Ungarn-Besuchs Arme und Fl├╝chtlinge getroffen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche erinnerte am Samstagvormittag in der Budapester Elisabethkirche beim Ostbahnhof an das Gebot und die Sprache der N├Ąchstenliebe und widmete sich erneut den Menschen am Rande der Gesellschaft – den „Ausgegrenzten“. Einige trugen ihm ihre Lebensgeschichten vor. Unter ihnen war auch ein Ukrainer, der im Mai 2022 mit Frau und f├╝nf Kindern vor dem russischen Angriffskrieg gefl├╝chtet war.

„Ich bin froh, hier unter euch zu sein“, sagte der Pontifex vor den Menschen. Er bedankte sich zudem bei der ungarischen Kirche daf├╝r, dass sie „so viele Fl├╝chtlinge aufgenommen hat, die aus der Ukraine stammen“. Er bezog sich dabei auf die vorgetragene Geschichte des ukrainischen Fl├╝chtlings, der von der „Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Ungarn“ sprach. Franziskus betonte die „Grossherzigkeit und Begeisterung“, mit der die Menschen aufgenommen worden seien.

Die Fl├╝chtlingspolitik der ungarischen Regierung ist in Europa umstritten. Ungarns Gesetze stehen oftmals im Widerspruch zu internationalem und EU-Recht. Grunds├Ątzlich ist es Schutzsuchenden, die ungarisches Gebiet erreicht haben, nicht m├Âglich, um Asyl anzusuchen. Ukrainer k├Ânnen wegen der f├╝r sie geltenden Visumsfreiheit in der EU regul├Ąr einreisen. F├╝r sie ist Ungarn jedoch so gut wie immer nur Durchzugsland.

Neben dem Ukrainer, der schon einmal in seinen jungen Jahren als Koch in Ungarn gearbeitet hatte, sprachen bei der Begegnung ausserdem eine alleinerziehende Roma-Frau, die nach eigener Not nun f├╝r die griechisch-katholische Kirche arbeitet, sowie Vertreter der katholischen Obdachlosenhilfe „Csak egyet“ (Nur eins). Abschliessend spielte eine christliche Roma-Band Musik. Franziskus wurde anschliessend unter Applaus im Rollstuhl aus der Kirche gefahren – die Menschen ├╝berreichten ihm Geschenke und liessen sich von ihm teils segnen.

Zuvor besuchte der 86-J├Ąhrige am Morgen eine Sozialeinrichtung f├╝r Kinder mit Sehbehinderungen sowie k├Ârperlichen oder geistigen Beeintr├Ąchtigungen. Bei Franziskus‘ Ankunft begr├╝sste ihn ein Chor. Die katholische Einrichtung bietet rund 70 Kindern und Jugendlichen die M├Âglichkeit zu Bildung und Ausbildung und ein Zuhause.

(text:sda/bild:sda)