6 Juni 2026

Papst mahnt in Spanien „Treue zum Völkerrecht“ an

Papst Leo XIV. ist zum Auftakt seiner Spanienreise von König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen worden. Unter dem Motto „Erhebt den Blick“ besucht das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken nach der Hauptstadt Madrid bis Freitag nächster Woche auch Barcelona und die Kanarischen Inseln. In dem überwiegend katholischen Land werden zu Veranstaltungen unter freiem Himmel Hunderttausende Menschen erwartet. Allein in Madrid sind nach Angaben der Behörden mehr als 14.000 Polizisten zu Leos Sicherheit im Einsatz.

Für den US-Amerikaner, der seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze der katholischen Kirche steht, ist es der erste Besuch in einem grösseren europäischen Land ausserhalb Italiens. Bislang war er nur für einen halben Tag in Monaco. Seine Standhaftigkeit gegenüber US-Präsident Donald Trump hat dem 70-Jährigen in Spanien viele Sympathien eingetragen. Leo war viele Jahre in Peru als Missionar und Bischof tätig und spricht ausgezeichnet Spanisch.

Bei einer Begegnung mit Vertretern des Staates, der Zivilgesellschaft und ausländischen Diplomaten in Madrid bedauerte der Papst, dass „die Botschaft des Friedens in diesen Zeiten leider für manche naiv und für andere provokativ klingt“. Trump quittierte Leos Kritik am Iran-Krieg im Mai mit wütenden Angriffen auf den Papst. Zugleich veröffentlichte er ein Gemälde von sich selbst als Jesus.

Zum Auftakt seines Besuchs dankte der Pontifex Spanien, dessen linke Regierung sich ebenfalls bereits Trumps Zorn zuzog, für die „Treue zum Völkerrecht und zum Multilateralismus“. Statt „spaltender und polarisierender“ Äusserungen über die Gegenwart müsse man von „fruchtlosen Vereinfachungen zu einer fruchtbaren Anerkennung ihrer Komplexität“ gelangen.

(text:sda/bild:keystone)