26 Dezember 2022

Papst Franziskus nutzt Weihnachtsfeiern f├╝r Friedensappelle

Papst Franziskus hat alle seine Ansprachen w├Ąhrend der Weihnachtsfeiern in Rom f├╝r eindringliche Friedensappelle genutzt. Nach einem Jahr voller Konflikte und Kriege forderte er vor allem Frieden f├╝r die Ukraine. Unter dem Eindruck jener blutigen Auseinandersetzung erinnerte das Oberhaupt der Katholiken in seiner Weihnachtsbotschaft an die vielen leidenden Kinder. Er erkenne im Gesicht des neugeborenen Jesus in der Krippe „die Gesichter der Kinder, die sich in allen Teilen der Welt nach Frieden sehnen“, sagte Franziskus am Sonntag vom Balkon des Petersdoms. Dann spendete er den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“, der Stadt und dem Erdkreis.

In der Christmette an Heiligabend hatte der Papst gepredigt, dass die Schwachen und Armen „die Hauptleidtragenden der menschlichen Gier“ seien. „Ich denke dabei besonders an die Kinder, die von Krieg, Armut und Ungerechtigkeit verschlungen werden.“ Beim Angelus-Gebet am Montag bat er um Frieden f├╝r das „gequ├Ąlte Volk“ in der Ukraine.

Nach zwei Corona-Jahren feierte der Pontifex wieder vor sehr grossen Menschenmengen: Die Christmette in der voll besetzten Peters-Basilika besuchten rund 7000 G├Ąste. Am Sonntag kamen nach Angaben des Vatikans rund 70 000 Gl├Ąubige f├╝r Franziskus‘ Weihnachtsbotschaft auf den Petersplatz. Und am Montag wohnten offiziellen Angaben zufolge 35 000 Menschen dem Angelus-Gebet bei, das Franziskus von einem Fenster des Apostolischen Palastes sprach. Auch die Feierlichkeiten im Heiligen Land erinnerten in der Hinsicht wieder an die Zeit vor der Pandemie.

Franziskus klagte, „dass, w├Ąhrend uns der Friedensf├╝rst geschenkt wird, weiterhin Winde des Krieges eiskalt ├╝ber die Menschheit hinweg wehen“. Er erinnerte an die Ukrainer, „die dieses Weihnachten im Dunkeln, in der K├Ąlte oder weit weg von ihrem Zuhause erleben – aufgrund der Zerst├Ârung, die zehn Monate Krieg verursacht haben“. An Heiligabend hatte der Papst gesagt: „Macht- und geldhungrige Menschen verzehren in der Welt sogar ihre N├Ąchsten, ihre Br├╝der und Schwestern. Wie viele Kriege gibt es! Und an wie vielen Orten werden auch heute noch W├╝rde und Freiheit mit F├╝ssen getreten!“

Der Papst hatte seinen Sozialbeauftragten, den Kardinal Konrad Krajewski, ├╝ber Weihnachten in die Ukraine geschickt. Dort verteilte der polnische Geistliche unter anderem Thermohemden, Stromgeneratoren und Kleidung, wie die Nachrichtenseite Vatican News berichtete.

Der Pontifex sprach auch von „anderen Schaupl├Ątzen dieses dritten Weltkriegs“ und erw├Ąhnte etwa Syrien, Libyen, den Libanon, Jemen, die Sahelzone, Iran und Myanmar. Er bat zudem darum, Fl├╝chtlinge, Arme und Hungerleidende in der Welt nicht zu vergessen.

Ausserdem dachte der Papst „an das Heilige Land, wo die Gewalt und die Zusammenst├Âsse in den letzten Monaten zugenommen haben, mit Toten und Verletzten“. Dort hatten die Weihnachtsfeierlichkeiten an Heiligabend mit der traditionellen Prozession von Jerusalem nach Bethlehem begonnen. Bei der Mitternachtsmesse in der Katharinenkirche neben der Geburtskirche warnte Pierbattista Pizzaballa, das Oberhaupt der Katholiken im Heiligen Land, vor einem Anstieg der Gewalt in der Region. „Wir sehen, dass die Gewalt offenbar unsere Hauptsprache, unsere prim├Ąre Art der Kommunikation geworden ist“, sagte er.

(text:sda/bild:sda)